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Befürworter des Saalekanals arbeiten mit gezielten Falschinformationen

Flussausbau

Der Verein zur Hebung der Saaleschifffahrt (VHdS) arbeite offensichtlich mit Falschinformationen, um bei Politikern die Zustimmung zum Bau eines Saalekanals zwischen Calbe und der Mündung zu erwirken, für den die Baukosten 80 Millionen Euro betragen sollen. Anlässlich eines Besuches bei der Solvay-Soda Deutschland GmbH in Bernburg wurde dem SPD-Fraktionsvorsitzenden Manfred Püchel mitgeteilt, die „Umweltverträglichkeit des Kanalprojektes“ sei „gesichert“. Das Bundesamt für Naturschutz Bonn (BfN), so heißt es in der VHdS-Mitteilung, habe eine entsprechende Bewertung des Bauvorhabens abgegeben. Auf Anfrage des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) teilte das BfN hingegen mit: "Diese Aussage entbehrt jeder Grundlage." Das Bundesamt kündigte eine umgehende schriftliche Richtigstellung an.

Mit falschen Aussagen arbeite offenbar auch das Wasser- und Schifffahrtsamt Magdeburg. So versicherte der Leiter des WSA, Rolf Lack, am 27.1.2003 öffentlich im Evangelischen Gemeindezentrum Schönebeck, der neu geplante Saalekanal werde lediglich der Tauchtiefe der Elbe angepasst. Der Abteilungsleiter Bahn-Binnenschifffahrt im Berliner BMBV, Kohl, teilte jedoch anlässlich der Übergabe von 20.000 Unterschriften „Christinnen und Christen für die Elbe“ mit, dass der Saalekanal auf Europaschiffmaß ausgebaut werde.

Damit soll das Europaschiff (2,5 m Tiefgang, 1350t) ganzjährig die Saale befahren können. Auf der Elbe kann jedoch derzeit nur eine Tauchtiefe von 1,20 Metern garantiert werden. Ein Ausbau auf eine ganzjährige Tauchtiefe von 1,40 Metern (entspricht 1,60 Metern Fahrrinnentiefe) war geplant, wird aber nach Koalitionsbeschluss „nicht umgesetzt“.

Theoretisch könnten Europaschiffe nur zur Hälfte des Jahres auf der Elbe fahren, praktisch fahren sie nur in seltenen Ausnahmenfällen, da die Wasserstände naturgemäß schwanken und nicht planbar sind. Nach dem Statistischen Verkehrsbericht der WSD Ost haben die Elbschiffe im Durchschnitt 300 t geladen.

Die Bürgerinitiativen Pro Elbe, der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) und der Naturschutzbund NABU sehen auf Grund der Faktenlage mit dem geplanten Saalekanal den Einstieg in die Kanalisierung der Elbe. Bürger und Verbände werden sich mit allen Mitteln gegen die Fortsetzung der alten Kanalisierungspolitik einsetzen und fordern die Politiker auf Landes- und Bundesebene auf, dem Kanalprojekt ihre Zustimmung zu entziehen.

Am Montag, den 31.3. 2003 um 18 Uhr treffen sich engagierte Bürger im Magdeburger Dom (Große Sakristei), um über weitere Aktionen zum Schutz unserer Flüsse gegen weitere Kanalbaupläne zu beraten.