Einzelhandel erholt sich

Konjunktur

Der deutsche Einzelhandel ist gestärkt in das laufende Jahr gestartet. Im Januar habe der Branchenumsatz um nominal (in jeweiligen Preisen) 0,6 Prozent und real (inflationsbedingt) 1,3 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats gelegen, teilte das Statistische Bundesamt mit. Für den Einzelhandel mit Nahrungsmitteln, Getränken und Tabakwaren hätten die großen Läden (Supermärkte, SB-Warenhäuser und Verbrauchermärkte) deutlich mehr abgesetzt, während der Facheinzelhandel an Umsatz eingebüßt habe.

Gegenüber Dezember 2002 verzeichneten die Statistiker kalender- und saisonbereinigt ein Umsatzplus von nominal 3,9 Prozent und real 4,2 Prozent. Volkswirte sehen in der Entwicklung Anzeichen für eine Normalisierung in dieser Branche, nachdem die Umsätze im Dezember und November 2002 noch gefallen waren.

Im Einzelhandel mit Nicht-Nahrungsmitteln (nominal -2,5 Prozent, real -2,3 Prozent) sei das Vorjahresergebnis nicht erreicht worden. Die Angaben basieren auf vorläufigen Ergebnissen aus fünf Bundesländern.

Commerzbank-Volkswirt Ralph Solveen sieht die These bestätigt, nach der die zu Beginn 2003 angekündigte Steuer- und Abgabenerhöhungen bereits im Vorfeld zu einer Kaufzurückhaltung

geführt haben. Zwar werde es im ersten Quartal nicht zu einem weiteren Rückgang des privaten Konsums kommen, jedoch belasteten die schlechte Arbeitsmarktlage sowie Kaufkraftverluste unverändert die Konsumnachfrage. Phyllis Papadavid von Lehman Brothers rechne angesichts günstiger Ifo-Umfrageergebnisse mit einer Fortsetzung der Aufwärtsbewegung im Februar sowie einem Anwachsen des Konsums im ersten Quartal.