Reporter ohne Grenzen fordert Freilassung eines Karikaturisten

Marokko

Die Menschenrechtsorganisation "Reporter ohne Grenzen" fordert sofortige Freilassung des hungerstreikenden inhaftierten Karikaturisten Ali Lmrabet. Reporter ohne Grenzen ist zutiefst besorgt um den Gesundheitszustand des in Marokko inhaftierten Karikaturisten Ali Lmrabet, der sich seit 6. Mai im Hungerstreik befindet und gestern ins Krankenhaus von Rabat verlegt werden musste. Nach Angaben des Arztes ist Lmrabet sehr schwach. Nachdem er keine Flüssigkeit mehr bei sich behält, musste er gestern an den Tropf gehängt werden. Er kann nicht mehr laufen und hat große Schwierigkeiten beim Sprechen.

Reporter ohne Grenzen apelliert mit Nachdruck an die marokkanischen Behörden, ihrer Verantwortung für den Gefangenen nachzukommen und Lmrabet die bestmögliche Behandlung zu gewähren. Auf keinen Fall dürfe er zurück ins Gefängnis. Robert Ménard, Generalsekretär der Organisation, erklärte in Paris: "Die marokkanischen Behörden sind verantwortlich für die Gesundheit von Ali Lmrabet. Dem König darf es nicht gleichgültig sein, was mit ihm geschieht. Heute geht es nicht mehr allein um die Pressefreiheit, das Leben eines Menschen steht auf dem Spiel."

Der Herausgeber der beiden Satire-Magazine Demain Magazine und Douman und Korrespondent der Organisation zur Verteidigung des Pressefreiheit Reporter ohne Grenzen (RoG) war am 21. Mai wegen "Beleidigung des Königs", "Straftaten gegen die territoriale Integrität Marokkos" sowie "Aktivitäten gegen die Monarchie" zu vier Jahren Haft verurteilt worden. Das Gericht verbot außerdem seine beiden Magazine und fordert eine Geldstrafe von 20.000 Dirham (etwa 2000 Euro).

Ali Lmrabet, populärer Karikaturist in Marokko, stand in der Vergangenheit wiederholt wegen seiner Arbeiten vor Gericht. Seine Publikationen wurden mehrfach zensiert oder verboten. Am 17. April wird er daran gehindert das Land zu verlassen, weil vorgeblich Gerichtsverfahren gegen ihn anhängig seien. Davon weiß Lmrabet zu dem Zeitpunkt nichts. Am 2. Mai teilt ihm die Druckerei mit, dass sie seine Publikationen wegen des auf sie ausgeübten Drucks nicht mehr drucken können. Am 6. Mai beginnt Lmrabet daraufhin einen Hungerstreik. In der Erklärung schreibt er, er handele in Selbstverteidigung, um die wiederholten Maßnahmen der Einschüchterung zu stoppen, um die Zensur seiner Arbeiten zu beenden, damit seine Zeitungen frei publiziert werden können und er ungehindert in Marokko und im Ausland bewegen könne.