BUND fordert von Stolpe endgültigen Stopp der Saale-Kanal-Planung

Für lebendige Flüsse

Die Vereinbarungen zwischen Bundesverkehrsministerium und Bundesumweltministerium, die Realisierung mehrerer Wasserstraßenprojekte und den Bau des Saale-Elbe-Kanals mit dem neuen Bundesverkehrswegeplan auf nach 2015 zu verschieben, werden vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) als Teilerfolg gewertet. Man habe jetzt Zeit gewonnen, die Unsinnigkeit von Projekten wie dem Hohensaatener-Friedrichsthaler-Schifffahrtskanal im Land Brandenburg, dem Saale-Elbe-Kanal in Sachsen-Anhalt sowie des weiteren Ausbaus von Elbe, Havel und Ems deutlich zu machen und einen schleichenden Einstieg zur Kanalisierung der Elbe zu verhindern.

"Die Entscheidung über Bau oder Nicht-Bau mehrerer Wasserstraßenprojekte und des Saale-Elbe-Kanals wurde faktisch verschoben. Das lässt uns hoffen dass der gesunde Menschenverstand im Sinne des Naturschutzes und im Sinne ökonomischer Vernunft doch noch siegen wird", sagte Gerhard Timm, BUND-Bundesgeschäftsführer. "Da auf der Saale nur noch selten ein Schiff fährt, braucht es keinen neuen Extra-Kanal zur Elbe. Das was auf der Saale transportiert werden soll, lässt sich auch transportieren, wenn der geplante Kanal endgültig beerdigt wird", so Timm.

So seien vor drei Jahrzehnten noch 20 mal mehr Güter auf dem Fluss verschifft worden als heute. Seitdem gehe die Kapazität des Güterverkehrs stetig zurück. Schon der Bau des neuen Saale-Hafens in Halle sei eine Fehlinvestition gewesen. Dieser Investitionsruine dürfe jetzt keine weitere folgen.

Die Chancen der Saale-Elbe-Region lägen in einer dem Fluss angepassten Schifffahrt vor allem für Touristen. Dafür seien intakte Flusslandschaften unverzichtbar. Die im rot-grünen Koalitionsvertrag beschlossene Abkehr vom weiteren Ausbau der Flüsse spiegele sich jedoch noch nicht im neuen Bundesverkehrswegeplan wider. Wenn das Bundesverkehrsministerium seine Fluss-Ausbaupläne nicht grundsätzlich überdenke, blieben wertvolle Auenwälder, Überschwemmungs- und Wattflächen gefährdet. Verkehrsminister Stolpe müsse alle ökologisch und ökonomisch fragwürdigen Projekte stoppen.

Stattdessen seien abgestimmte Konzepte zur flussangepassten Schifffahrt und zum ökologischen Hochwasserschutz notwendig. Bund und Länder seien gefordert, Programme zum ökologischen Hochwasserschutz und zur Wiederherstellung natürlicher Flutungsräume aufzulegen.