Tiertransport-Verordnung reicht nicht aus

Transportzeiten zu lang

Der am Mittwoch von EU-Kommissar David Byrne vorgestellte Entwurf für eine neue Tiertransport-Verordnung lässt nach Ansicht der Tierschutzorganisation Vier Pfoten nur bedingt Verbesserungen beim Transport lebender Tiere erwarten. Zwar seien Fortschritte wie eine ständige Versorgung der Tiere mit Wasser, ein erhöhtes Platzangebot oder EU- weit einheitliche Zulassungsbestimmungen zu begrüßen, aber um das Tierleid beim Transport wirklich erfolgreich zu vermindern, müsse eine maximale Beförderungszeit von acht Stunden eingeführt werden. Der aktuelle Vorschlag der Kommission sieht vor, dass erst nach neun Stunden Fahrt eine zwölfstündige Pause für die Tiere eingelegt werden muss.

Danach kann der Transport im gleichen Rhythmus auf unbestimmte Zeit fortgesetzt werden. Tierschutzorganisationen konnten in der Vergangenheit aufzeigen, dass Tiere innerhalb der EU bis zu 90 Stunden unterwegs sind. Diese Missstände würden durch den neuen Vorschlag nicht wirkungsvoll verhinder, so die Kritik.

Eine Untersuchung der Europäischen Kommission haba gezeigt, dass Gesetzesverstöße und damit verbundenes Tierleid bei Transporten vor allem auf fehlende Kontrollen von Seiten der Mitgliedstaaten zurückzuführen seien. "Ohne deutlich verbesserte Kontrollen und eine entsprechende personelle und finanzielle Ausstattung der zuständigen Behörden in den Mitgliedsländern ist zu befürchten, dass die praktische Umsetzung nicht vollzogen wird.“ so Thomas Pietsch. Deshalb könne eine wirkungsvolle Minderung des Tierleides nur durch eine klare Begrenzung der Transportzeiten bis zum nächsten Schlachthof oder auf höchstens acht Stunden erreicht werden.

Auch die Mehrheit des EU-Parlaments hatte erst im Juni 2003 für eine solche Begrenzung votiert. Noch unter dänischer Ratspräsidentschaft hatten sich ebenfalls neun der fünfzehn Mitgliedstaaten, darunter auch Deutschland, für die Einführung klarer Obergrenzen der Transportzeiten ausgesprochen.