ver.di-Vize fordert schnell Ausbildungsplatzabgabe

177 000 Lehrstellen fehlen noch

Der stellvertretende ver.di-Vorsitzende Frank Werneke fordert von der Bundesregierung die schnelle Einführung einer Ausbildungsplatzabgabe. Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) solle die "Phase der Ankündigungspolitik" beenden, um das sinnvolle Instrument der Umlage nicht zu entwerten, sagte Werneke am Freitag in Berlin. Noch immer fehlten für das gerade begonnene Ausbildungsjahr über 100 000 Ausbildungsplätze, zudem seien rund eine halbe Million Menschen unter 25 Jahren arbeitslos.

Die vorliegenden Daten deuteten darauf hin, dass Deutschland im nächsten Jahr bei der Frage der Ausbildungsplätze "mindestens vor genau dem gleichen Problem stehen" werde. Da sich nun erstmals eine "realistische Chance" biete, eine Ausbildungsplatzabgabe einzuführen, solle diese genutzt werden. Betriebe ohne Lehrstellen müssten dementsprechend eine Abgabe zahlen. Profitieren würden Betriebe, die über Gebühr ausbilden.

Werneke ergänzte, es müsse möglichst schnell die Zahl der ausbildenden Betriebe erhöht werden. Wenn künftig 40 Prozent statt bislang 30 Prozent aller Betriebe Lehrlinge ausbildeten, bedeute dies ein Plus an 200 000 Ausbildungsplätzen.

Die vier Spitzenverbände der Deutschen Wirtschaft betonten in einer gemeinsamen Erklärung, zwar stünden 54 600 unbesetzten Ausbildungsplätzen noch 176 700 unversorgte Bewerber gegenüber. Es gebe aber immer noch Regionen, in denen mehr unbesetzte Lehrstellen als unvermittelte Bewerber vorhanden seien. Genannt wurden München, Bonn, Düsseldorf, Würzburg, Nienburg und Verden.