DGB kritisiert mangelnde Chancengleichheit im Beruf

Aktionsprogramm

Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) hält an seiner Forderung nach einem betrieblichen Gleichstellungsgesetz fest. Die Chancengleichheit sei entgegen allen politischen Versprechungen weiterhin unterentwickelt, sagte die stellvertretende DGB-Vorsitzende Ursula Engelen-Kefer am Dienstag in Berlin. So verdienten Frauen in Westdeutschland immer noch ein Viertel weniger als ihre männlichen Kollegen.

Engelen-Kefer beklagte, dass statt des vom DGB bereits 2001 geforderten Gleichstellungsgesetzes bisher nur freiwillige Vereinbarungen für die Firmen gelten. Dies sei ein Grund dafür, dass nur 6,5 Prozent der Betriebe Maßnahmen zur Chancengleichheit unterstützten.

Mit einem Aktionsprogramm will der DGB die Gleichstellung vorantreiben. Es gehe beispielsweise darum, jungen Frauen die Berufsvielfalt nahezubringen, damit sie sich nicht nur für oft unterbezahlte typische Frauenberufe entscheiden. Bei der Teilzeitarbeit von Frauen besteht laut Engelen-Kefer das Problem, dass sie oft an Vollzeitarbeit heranreicht, ohne entsprechend vergütet zu werden. Ferner müssten bei der Weiterbildung, der Arbeitszeitgestaltung und bei betrieblichen Umstrukturierungen die Betriebsräte die Interessen der Frauen stärker berücksichtigen.