Soziale Herkunft der Studenten entscheidet über Hochschulstudium

Fehlende Chancengleichheit

Das Deutsche Studentenwerk (DSW) beklagt die fehlende Chancengleichheit junger Menschen bei der Aufnahme eines Hochschulstudiums. Zwischen sozialer Herkunft und der Entscheidung für ein Hochschulstudium bestehe ein "alarmierender" Zusammenhang, sagte DSW-Präsident Hans-Dieter Rinkens bei der Vorstellung der 17. Sozialerhebung des Studentenwerks am Mittwoch in Berlin. Er mahnte, die Verwirklichung der Chancengleichheit müsse Kernaufgabe einer modernen Bildungspolitik bleiben.

Bundesbildungsministerin Edelgard Bulmahn (SPD) verwies derweil auf die positiven Effekte der BAföG-Reform. Die wirtschaftliche und soziale Lage der Studenten in Deutschland habe sich mit der BAföG-Reform in den vergangenen Jahren deutlich verbessert. So hätten 69 Prozent der befragten BAföG-Empfänger angegeben, sie seien erst durch diese finanzielle Förderung in der Lage gewesen, ein Studium aufzunehmen. Die Bundesregierung habe ihre BAföG-Ausgaben seit 1998 auf 2,03 Milliarden Euro erhöht und damit fast verdoppelt, sagte die Ministerin. Die Zahl der Geförderten habe sich von 1998 bis 2003 von 341 000 auf rund eine halbe Million erhöht.

Das Studentenwerk untersucht seit 1951 im Dreijahresabstand die wirtschaftliche und soziale Lage der Studierenden in Deutschland. Für die aktuelle Erhebung wurden im Sommersemester 2003 insgesamt 21 400 Studierende befragt.