Biosphärenreservat ist keine Last sondern Chance für die Elbregion

Naturschutz

Der NABU Landesverband Brandenburg hat mit Unverständnis auf die öffentlichen Auseinandersetzungen um die Naturschutzgebietsausweisung im Biosphärenreservat Flusslandschaft Elbe Brandenburg reagiert. "Wenn man die Pressemitteilungen verfolgt, könnte man meinen, durch die Naturschutzgebietsausweisung stehe der Untergang der Kulturlandschaft bevor", so Tom Kirschey, Vorsitzender des Naturschutzbundes (NABU) Brandenburg. Dabei gehe es nur um die Festlegung von Mindeststandards, um die Landschaft an der Elbe zu sichern und zu entwickeln. Insbesondere wendet sich Kirschey gegen Behauptungen, durch die Unterschutzstellung und die Naturschutzmaßnahmen würden die Flächen verwildern und die gefährdeten Arten verschwinden.

"Wenn das so wäre, würde der Naturschutz die Gebietsausweisungen nicht vorantreiben", so Kirschey. Die schlechte Bestandssituation mancher Arten, vor allem wiesenbrütender Vogelarten, hänge mit zu wenig, nicht mit zu viel Naturschutz zusammen. Deshalb seien die Naturschutzreglungen notwendig.

"Rühstädt ist das storchenreichste Dorf Deutschlands und hat den Titel "Europäisches Storchendorf" verliehen bekommen. Wenn ein solches Gebiet nicht wirksam geschützt werden kann, ist dies ein Armutszeugnis für die Region und für das Land" sagt Kirschey. Die schöne Natur und das Biosphärenreservat zögen bereits jetzt zahlreiche Besucher in die Region. Mit den derzeitigen Negativschlagzeilen werden öffentlich Schaden angerichtet. Der NABU fordert Anlieger und Kommunalpolitiker auf, nicht weiter mit Falschinformationen und Halbwahrheiten die Stimmung aufzuheizen, sondern in eine sachliche Diskussion über die einzelnen Naturschutzregeln einzutreten. Sonst vergibt sich die Region eine große Chance.