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Bahn AG plant angeblich Billig-Züge

Reaktion auf Billig-Flieger

Die Deutsche Bahn plant angeblich Billig-Zugverbindungen als Antwort auf die zunehmende Konkurrenz durch Billig-Flieger. Eine neue Billig-Zug-Gesellschaft könne geringere Gehälter zahlen oder längere Arbeitszeiten verlangen, berichten Nachrichtenagenturen unter Berufung auf Unternehmenskreise sowie die Eisenbahner-Gewerkschaft Transnet. Transnet kritisierte das Vorhaben und kündigte an, "weiteren Druck auf die Arbeitsplätze nicht zulassen" zu wollen. Es sei fraglich, ob damit neue Kunden gewonnen werden könnten.

Transnet-Vorstandsmitglied Karl-Heinz Zimmermann kritisierte, die Bahn kurbele mit Billig-Zügen den Dumping-Wettstreit im Verkehrssektor nur an. Dieses Vorhaben sei "vollkommen absurd" und werde wohl nicht dazu beitragen, neue Kunden zu gewinnen. Zimmermann verwies in diesem Zusammenhang auf die Abschaffung des InterRegio. Das sei ein "Kardinalfehler" des Managements gewesen. Dieses Produkt, als Ergänzung zwischen Fern- und Regionalverkehr, sei bei den Kunden beliebt gewesen und hätte ausgebaut werden müssen. "Wir hatten eine Wiederbelebung unter dem Titel City-Sprinter vorgeschlagen", bemerkte das Vorstandsmitglied der Transnet. Allerdings sei dies nicht mit Gehältern zum Dumping-Tarif zu machen.

Die Deutsche Bahn müsse vielmehr mit Qualität überzeugen. Dazu gehörten natürlich auch preislich vernünftige Angebote: Diese könnte ein City-Sprinter liefern. "Wenn allerdings das Unternehmen jetzt den Weg des Sozialdumpings beschreitet, gehen wir diesen nicht mehr mit", warnte Zimmermann. Ohnehin müsse man den Eindruck gewinnen, dass "überaus hektische Betriebsamkeit" einsetze, um möglichst schnell schwarze Zahlen zu schreiben und den Sprung an den Kapitalmarkt zu schaffen.

Im Regionalverkehr hat die Privatisierung von Strecken oft eine massive Steigerung der Fahrgastzahlen beschert. Linien, deren Stillegung drohte, konnten sogar ausgebaut werden. Die durch geringere Preise der privaten Konkurrenten - die teilweise als Kleinstbetriebe mit nur einer Handvoll beschäftigten anfingen - eingesparten Subventionen ermöglichen den Ländern, mehr Züge zu bestellen und damit das Gesamtangebot für die Fahrgäste zu verbessern.

Auch im Fernverkehr hat die Deutsche Bahn AG seit einiger Zeit Konkurrenz: Seit dem Frühjahr 2002 bietet der InterConnex eine Verbindung von Gera über Berlin nach Rostock. Später kamen die Linie Zittau - Stralsund und die zwischenzeitlich wegen zu wenig Fahrgästen wieder eingestellte Relation Neuss - Köln - Berlin - Rostock hinzu. Die Preise liegen erheblich unter den Normalpreisen der Deutschen Bahn AG.