Pläne für Bahn AG nicht solide hinterlegt

Bahn-Börsengang

Die Transportgewerkschaft TRANSNET hat jetzt bekannt gewordene Pläne der Deutschen Bahn AG für einen Börsengang im Frühjahr 2006 scharf kritisiert. "Die künstliche Hektik in dieser Frage ist vollkommen überflüssig", erklärte Gewerkschaftschef Norbert Hansen. Es gebe zurzeit "andere Baustellen", die beackert werden müssten. Dazu zählten u.a. die noch unklare Höhe der Investitionsmittel für die Schiene. Dazu gehöre aber auch das offenbar miserable Ergebnis im Fernverkehr.

Das Vorhaben sei nicht "solide hinterlegt". Vor der Entscheidung, ob ein Börsengang sinnvoll sei, "und wenn ja, wann", müssten die Erwartungen und Aussichten des Unternehmens in jeglicher Hinsicht nach oben zeigen. Davon könne zurzeit aber noch keine Rede sein. Immerhin müssten sich auch Käufer für eine B-Aktie finden.

Der TRANSNET-Vorsitzende mahnte außerdem die personellen und verkehrspolitischen Fragen an. "Das bestehende Beschäftigungsbündnis Bahn läuft Ende dieses Jahres aus", bemerkte der Gewerkschaftsvorsitzende. "Wir werden nun die Verhandlungen einfordern, um eine Verlängerung zu erreichen." Der Pakt sieht u.a. den Verzicht auf betriebsbedingte Kündigungen vor. Zugleich müsse weiterhin im Mittelpunkt der Bahnreform stehen, mehr Verkehr auf die Schiene zu holen. "Dieses Ziel wurde bisher nicht erreicht." Er erwarte von der Politik das klare Bekenntnis, dass dieses Vorhaben weiterhin an erster Stelle einer möglichen Vollendung der Bahnreform stehe. Die Deutsche Bahn und die dringend nötige Verkehrsverlagerung dürften nicht "maroden Staatsfinanzen geopfert werden."