Natursport profitiert vom Naturschutz

Naturathlon 2004

Auf seinem Weg von den Alpen zur Ostsee kommt der Naturathlon 2004 am 23.9. nach Hessen, genauer: Weilburg. Unter dem Motto "Natur bewegt" wirbt die Aktion des Bundesamtes für Naturschutz (BfN) für eine naturverträgliche Sportausübung. Der Naturschutzbund NABU beteiligt sich und appelliert an alle Natursportler, die Fairness-Regeln gegenüber der Natur zu respektieren. "Wenn Sportler bei ihren Aktivitäten als wichtigsten Grundsatz beherzigen, dass die Natur durch den Sport keinen Schaden nehmen darf, kann ein langfristiger Gewinn für alle Interessen dabei herausspringen", sagte der Vorsitzende des NABU Hessen, Prof. Rüdiger Wagner.

Der NABU setze sich dafür ein, dass die gegenseitige Akzeptanz von Natursport und Naturschutz zukünftig verbessert werde. Als deutliches Signal für die Bedeutung der Frage nimmt ein Mitarbeiter des NABU Deutschland - Florian Schöne - , als einer der Naturathleten an dem Natursport-Ereignis quer durch Deutschland teil. Er wird am Ziel der Tagesetappe in Weilburg auf seine hessischen NABU-Mitstreiter treffen.

An der Veranstaltung ab 15.00 Uhr auf dem Weilburger Marktplatz beteiligt sich der NABU auch mit einem Infostand. NABU-Aktive aus der Region informieren über die Schwerpunktthemen des Tages: die Lahn, den Schutz der Auenlandschaft und das Verhältnis Freizeitnutzung - Natur. Denn die Attraktivität eines Fließgewässers für Freizeitsportler und den Erholungswert der Landschaft hängt entscheidend davon ab, wie naturnah das Fließgewässer und seine Aue erhalten ist. Erholungssuchenden und Freizeitsportlern - die bevorzugt besonders schöne Naturgebiete aufsuchen - ist dabei häufig gar nicht bewusst, wie sehr ihr Anliegen vom Einsatz des Naturschutzes zur Bewahrung unserer Naturschätze abhängt.

"Der Dialog zwischen Naturschützern und Sportlern muss von einem ausgewogenen Verhältnis von Naturschutz und Freizeitnutzung bestimmt werden", so Prof. Wagner. Dann könnte beim Naturerlebnis nicht nur der erholungssuchende Mensch, sondern auch die Natur profitieren. Konflikte zwischen Naturschutzbelangen und den Interessen der Sportler entstünden, weil bevorzugt solche Naturräume für die Freizeitaktivitäten genutzt würden, die besonders empfindlich und "leicht verwundbar" sind, wie z.B. isolierte Felslebensräume, die in Jahrtausenden von einer spezialisierten Flora besiedelt wurden, oder artenreiche Ufer- und Flussabschnitte, die als Raststätten für Wasservögel keine Störungen vertragen.

Der Freizeitdruck auf die Natur ginge aber nicht allein auf eine vielfach höhere Nutzung durch den Menschen zurück. "Auch die totale Erschließung der Landschaft hat einen großen Beitrag zur heutigen Situation beigetragen", erklärte der Vorsitzende des NABU Hessen . Selbst der heimische Wald werde mit 125 Metern Wegstrecke pro Hektar durchzogen und breche damit weltweit alle Rekorde. "Wenn Flächen für die Erholung in landschaftlich schöner Lage zur Verfügung stehen sollen, muss in gleichem Maße für den Schutz sensibler Naturräume gesorgt werden", betonte Prof. Wagner.