Umweltstandards bei Subventionen sollen gesenkt werden

Agrarprämien

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) hat davor gewarnt, die Umweltstandards beim Bezug von Agrarsubventionen weiter zu schwächen. Die von den unionsgeführten Ausschüssen ausgearbeiteten Vorschläge für die morgige Bundesratssitzung würden es erlauben, praktisch ohne Gegenleistung Agrarprämien einzustreichen. Das sei eine große Gefahr für Umwelt und Natur und ein weiterer Angriff auf die ökologische Lenkungswirkung der Agrarreform. Es sei notwendig, die Vorschläge der Bundesregierung zur so genannten Direktzahlungen-Verpflichtungen-Verordnung nachzubessern. Das Mähgut auf Grünland müsse nicht nur alle zwei Jahre, sondern jedes Jahr abgeräumt werden. Damit würde die Anreicherung von Stickstoffen verhindert und die Vielfalt der Biotoptypen bewahrt.

Ackerflächen sollten alle zwei Jahre gemäht und regelmäßig mit einer Blühmischung besät werden, die Bienen und anderen Insekten Nahrung bietet. Höhere Standards müssten auch für den Erhalt der Bodenfruchtbarkeit gelten. Hecken, Bäume und Feldgehölze seien für den Artenschutz unerlässlich und unabhängig von ihrer Größe zu schützen.

"Wertvolle Kulturlandschaften werden veröden, wenn es künftig ausreicht, einmal im Jahr zu mähen, das Mähgut zu zerkleinern und dann liegen zu lassen.", so Hubert Weiger, agrarpolitischer Sprecher des BUND. Immer mehr für Wiesen und Weiden typische Tier- und Pflanzenarten würden dann verschwinden. Außerdem gingen landwirtschaftliche Flächen verloren, die für die ökologische Produktion von Milch und Fleisch gebraucht würden.

"Somit werden weitere sechs Jahre vor allem jene Betriebe profitieren, die maßgeblich für die Umweltschäden der industriellen Landwirtschaft verantwortlich sind.", kritisiert Weiger.