Untergang von Pompeji

Mannheim

Einblicke in die römische Lebenswelt und die Vernichtung einer antiken Kulturlandschaft durch eine Naturkatastrophe bietet ab Sonntag die Ausstellung "Pompeji. Die Stunden des Untergangs. 24. August 79 n.Chr." in den Mannheimer Reiss-Engelhorn-Museen. Bis zum 17. April zeigt das Haus rund 500 Fundobjekte aus Grabungen in Pompeji, Herculaneum und anderen zerstörten Vesuvstädten. Mannheim ist einzige deutsche Station.

Unter den Leihgaben sind unter anderem großflächige Fresken aus römischen Villen, kunstvolle Ausstattungsgegenstände wie Statuen oder verzierte Möbelstücke, Schmuck und Gefäße aus Edelmetall. Sie stehen für die Eleganz und den Luxus der römischen Lebenswelt. Aber auch einfachere Stücke wie ausgegrabene Reste von unvollendeten Arbeiten eines Gemmenschneiders werden ausgestellt, um so den plötzlichen Untergang durch den Vulkanausbruch zu vergegenwärtigen.

Die dramatischen Ereignisse wollen die Ausstellungsmacher auch mit Gipsausgüssen von Opfern - so genannten "Calchi" -vermitteln. Sie entstehen, indem in die Hohlräume, die die menschlichen Überreste im Schlamm aus Asche und Bimsstein hinterlassen haben, Gips eingefüllt wird. Die Ausstellung geht außerdem auf neueste vulkanologische Forschungsergebnisse ein.

Die Schau entstand in Zusammenarbeit mit italienischen Einrichtungen und wurde unter Beteiligung der führenden Ausgrabungsdirektoren in Pompeji erarbeitet. Sie war bereits in Neapel zu sehen. Nach Mannheim wandert die Ausstellung in die USA nach Chicago.