Museum der bildenden Künste in Leipzig wieder eröffnet

Neubau

61 Jahre nach seiner Zerstörung im Zweiten Weltkrieg hat das Museum der bildenden Künste in Leipzig wieder ein festes Domizil. Der erste Neubau eines Kunstmuseums in Ostdeutschland nach der Wende wurde am Samstag offiziell eröffnet, seit Sonntag steht er Besuchern offen. Das 74,5 Millionen Euro teure Haus, das in viereinhalbjähriger Bauzeit errichtet wurde, präsentiert eine der ältesten Bürgersammlungen Deutschlands. Leipzigs Oberbürgermeister Wolfgang Tiefensee (SPD) sagte, die Stadt werde sich dank des neuen Museums zu "einem Schwerpunkt Deutschlands, vielleicht sogar Europas auf dem Feld der bildenden Kunst" entwickeln. Die Bestände des Bildermuseums umfassen etwa 3500 Gemälde vom Spätmittelalter bis in die Gegenwart, 1000 Skulpturen sowie über 60 000 Zeichnungen, Grafiken, Aquarelle und Fotografien. In dem Neubau, der die Form eines Kubus' hat, werden unter anderem das malerische und plastische Werk Max Klingers (1857-1920), darunter seine Beethoven-Skulptur und das Monumentalwerk "Christus im Olymp" präsentiert.

Zudem sind Gemälde und Plastiken alter Meister bis hin zu Kunst der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts zu sehen. Das Erdgeschoss bietet Raum für Sonderausstellungen. Einen neuen Schwerpunkt der Sammlung bietet die französische Kunst, die als Schenkung in die Sammlung gekommen ist.

Vor 61 Jahren war der erste Museumsbau am Augustusplatz bombardiert worden. Es folgten mehrere Interimslösungen, bis der Leipziger Stadtrat 1996 den Beschluss für den Museumsneubau fasste. Das 36 Meter hohe Gebäude verfügt über mehr als 7000 Quadratmeter Ausstellungsfläche. Seine Fertigstellung hatte sich wegen technischer Probleme und Insolvenzen beteiligter Unternehmen verzögert. Die geplante Glasfassade, die bisher noch fehlt, soll im nächsten Jahr montiert werden. Der Entwurf für das neue Haus im Stadtzentrum stammt von dem Berliner Architektenbüro Hufnagel-Pütz-Rafaelian.

Das Geld für den Neubau in der Innenstadt, das zu je 15 Millionen Euro vom Bund und dem Freistaat Sachsen sowie zum Großteil von der Stadt aufgebracht wurde, ist nach Ansicht Tiefensees "gut angelegt". Sachsens Ministerpräsident Georg Milbradt (CDU) betonte, der Neubau sei zwar teurer und die Bauzeit länger ausgefallen als ursprünglich geplant. Dennoch sei das Haus sein Geld wert."

Museumsdirektor Hans-Werner Schmidt betonte, die Wegstrecke vom Baubeginn im Jahr 2000 bis zur Eröffnung sei lang und steinig gewesen. Nun könnten endlich viele Werke gezeigt werden, die aus Platzgründen Jahrzehnte in Magazinen verborgen waren.