Kritische Online-Journalisten auf den Malediven amnestiert

Pressefreiheit

Nach Informationen von "Reporter ohne Grenzen" ist die maledivische Internet-Dissidentin Fatimath Nisreen nach drei Jahren Gefängnis, Verbannung und Hausarrest frei. Präsident Gayoom habe die 25-Jährige am Montag amnestiert. Nisreen arbeitete für den elektronischen Newsletter "Sandhaanu", der Menschenrechtsverletzungen und Korruption auf den Malediven aufgedeckt hat, so Reporter ohne Grenzen.

Im Januar 2002 wurde sie zusammen mit ihren Kollegen Ibrahim Lutfy, Ahmad Didi und Mohamed Zaki verhaftet, wegen Beleidigung und Umsturzversuch angeklagt und zu zehn Jahren Haft verurteilt, so die Menschenrechtsorganisation. Ihre männlichen Kollegen hätten lebenslänglich erhalten.

Reporter ohne Grenzen hatte Proteste gegen die Urteile organisiert und die Freilassung der Onlineredaktion gefordert. Nisreens Strafe wurde daraufhin in fünf Jahre Verbannung auf eine kleine Insel umgewandelt, die Haftstrafen ihrer Kollegen auf 15 Jahre herabgesetzt.

Die Organisation zeigte sich erleichtert über ihre Freilassung. "Wir freuen uns sehr, dass diese mutige junge Frau endlich wieder ein normales Leben aufnehmen kann."

"Der internationale Druck hat eine bedeutende Rolle für meine Begnadigung gespielt", sagte Nisreen gestern gegenüber der Menschenrechtsorganisation am Telefon. Sie habe unterschreiben müssen, dass sie ihre Amnestie akzeptiere und gleichzeitig ein Bekenntnis ablegen, dass sie die islamische Religion und die Verfassung der Malediven respektiere.

Reporter ohne Grenzen zeigte sich hoffnungsfroh, dass auch Zaki, Didi und Lutfy rasch begnadigt werden. Zaki und Didi seien im Februar 2004 aus dem Gefängnis entlassen worden und stünden noch für zwölf Jahre unter Hausarrest. Ibrahim Lutfy sei im Mai 2003 während eines Krankenhausaufenthaltes auf Sri Lanka geflohen und lebe seitdem im Schweizer Exil.