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Basis der Zapatistas entscheidet sich für den politischen Weg

Konflikt in Chiapas

In einer Befragung ihrer Basis haben die mexikanischen Zapatista-Guerilleros in den letzten Tagen entschieden, dem militärischen Kampf abzuschwören und "eine politische Initiative nationalen und internationalen Charakters" zu starten. Dies teilte Subcommandante Marcos gestern Nacht im "Sechsten Brief aus der Selva Lacandona" mit. Die Entscheidung fiel in einer Zeit, in der die Zahl der mexikanischen Soldaten in Chiapas erhöht wurde, was sowohl AktivstInnen sozialer Bewegungen wie auch Kirchenvertreter in Mexiko und weltweit mit Sorge erfüllte. Auch der auf der PDS-Liste gewählte Europaparlamentarier Tobias Pflüger beklagte die Militarisierung in Chiapas.

Im südmexianischen Bundesstaat Chiapas herrscht derzeit eine nervöse Unruhe. In den vergangenen zwei Tagen kam es zu einer zusätzlichen Verlegung von rund 1500 Soldaten hin zum Militärstützpunkt Rancho Nuevo, unweit der Hauptstadt des Bundesstaates San Cristóbal de las Casas. Mexikanische soziale Bewegungen und Kirchenvertreter kritisierten diese Maßnahme umgehend. Für Tobias Pflüger sieht es so aus, "dass sich das Mexikanische Militär nicht zurückzieht, sondern im Gegenteil reaktiviert wird und dies als eine offensive Taktik in einer fortgeführten militärischen Strategie gesehen werden kann". Diese Vorgehensweise gefährde den Weg, den die Zapatisten eingeschlagen hätten.

Tatsächlich haben die Zapatisten, die 1994 ihren Aufstand für Demokratie und die Rechte der indigenen Bevölkerungsmehrheit begannen, eine Entscheidung darüber getroffen, wie sie künftig weiterarbeiten wollen. Die militärische Option wurde endgültig ad acta gelegt. Dies erklärte Subcommandante in einem offenen Brief. Die Befragung der Basis und der Sympathisanten ergab gestern, dass 98 Prozent den Start einer "neuen politischen Initiative nationalen und internationalen Charakters" befürworteten. Weitere Informationen sollen in den nächsten Tagen folgen.