E.ON baut Biomassekraftwerk in Großbritannien

Keine Wärmeauskopplung?

Deutschlands größter Atomkraftwerksbetreiber, die Düsseldorfer E.ON AG, hat angekündigt, im schottischen Lockerbie das größte Biomasse-Kraftwerk Großbritanniens zu bauen. Die Anlage mit einer Leistung von 44 Megawatt wird nach Angaben des Energiekonzerns 70.000 Haushalte mit Strom versorgen können. Der Einsatz von Biomasse wie Holz und Forstabfälle werde rund 140.000 Tonnen Treibhausgase pro Jahr vermeiden, die bei der Stromproduktion mit fossilen Brennstoffen freigesetzt würden. Eine umweltfreundliche zustätzliche Wärmeauskopplung für Heizzwecke ist offenbar nicht vorgesehen.

Die Arbeiten zur Errichtung der Anlage sollen Ende 2005 beginnen. Ende 2007 soll das Kraftwerk seine Arbeit aufnehmen. Die Investitionssumme beläuft sich laut E.ON auf rund 130 Millionen Euro.

"Erneuerbare Energien leisten einen wichtigen Beitrag für eine sichere und nachhaltige Energieversorgung. Daher spielen Sie im E.ON-Kraftwerksmix eine immer stärkere Rolle", so E.ON-Vorstandsvorsitzender Wulf Bernotat. Der Stromriese betreibt eigenen Angaben zufolge europaweit Wasser-, Wind- und Biomassekraftwerke mit einer Gesamtleistung von rund sechs Gigawatt. Dies entspreche rund zehn Prozent der E.ON-Stromerzeugungskapazität.

Großbritanniens Energiepolitik habe sich das Ziel gesetzt, bis zum Jahr 2010 zehn Prozent der Stromerzeugung durch Erneuerbare Energien zu leisten. Dazu sei ein marktorientiertes Anreizsystem geschaffen worden, das ein Vorbild für die europäische Harmonisierung der Fördermechanismen für Erneuerbare sein könnte, schreibt E.ON.