Zentralrat der Juden kritisiert Bahnchef Mehdorn

Transporte nach Auschwitz

Der Zentralrat der Juden wirft Bahnchef Hartmut Mehdorn mangelnde Bereitschaft zur Aufarbeitung der Verbrechen Hitler-Deutschlands vor. Es sei nicht hinnehmbar, dass Mehdorn sich seit zwei Jahren weigere, eine Ausstellung über den Transport von 11.000 jüdischen Kindern durch die damalige Reichsbahn in das Todeslager Auschwitz auf Bahnhöfen zu zeigen, sagte der Generalsekretär des Zentralrats, Stephan Kramer, der Chemnitzer "Freien Presse". Die Bahn müsse ihrer geschichtlichen Verantwortung gerecht werden und für eine angemessene Erinnerungspolitik sorgen.

Stattdessen werde der Zentralrat mit fadenscheinigen Begründungen hingehalten, kritisierte Kramer. Es habe nicht einmal ein Gespräch mit dem Bahnchef über das Ausstellungsvorhaben gegeben. Mehdorn habe ihm ausrichten lassen, die Beteiligung des Unternehmens am Zwangsarbeiterfonds genüge.

Als nicht akzeptabel bezeichnete Kramer das Angebot, die Ausstellung im Nürnberger Eisenbahnmuseum zu zeigen. Die Fotos über die Massendeportation von jüdischen Kindern an einem Ort auszustellen, wo sie möglichst keiner sehe, komme für den Zentralrat nicht in Frage.