Telekom verkauft Call-Center an Bertelsmann-Dienstleistungsunternehmen Arvato

"Personalabbaupläne kommen voran"

Unter dem Motto "Personalabbaupläne kommen voran" schreibt das "Handelsblatt", dass die Deutsche Telecom bis zu fünf Call-Center an den Bertelsmann-Tochter Arvato verkauft. Nach Angaben der Zeitung soll der Preis im unteren dreistelligen Millionenbereich liegen. Callcenter in Stuttgart, Potsdam und Neubrandenburg sind von dem Verkauf betroffen. Die Telekom hat sich zu diesem Vorgang noch nicht geäußert, ein Vorvertrag soll aber bereits unterzeichnet worden sein. Es geht um Personalabbau, ungesicherte Beschäftigungsverhältnisse, die Absenkung von Löhnen und um längere Arbeitszeiten.

Von dem Outsourcing sollen bis zu 1300 Mitarbeiter von Vivento Custumer Service (VCS), einer Tochterfirma der Telecom-Beschäftigungsgesellschaft, betroffen sein. Eine Arbeitsplatzgarantie soll den Beschäftigen nur bis zum Jahr 2008 gewährt werden. Den Angaben zufolge sollen darüber hinaus die Gehälter gesenkt werden und der Mindestlohn bei 25.000 jährlich liegen.

Mit dem Verkauf erfüllt die Telekom ihr Ziel bis Ende des Jahres 2008, ohne betriebsbedingte Kündigungen 32.000 Stellen abzubauen. Bei Vivento sind insgesamt 7000 Stellen im Gespräch, die abgebaut werden sollen.

Bereits im Oktober letzten Jahres hatte die Telecom die fünf Call-Center-Standorte Aachen, Dresden, Halle, Lübeck und Magdeburg mit ihren rund 710 Mitarbeitern an die Walter TeleMedien-Gruppe (WTM) verkauft. Die Deutsche Telekom sicherte der WTM eine Auftragsgarantie bis zum Jahr 2011 zu. Im April 2007 sollen die Standorte Suhl und Cottbus an die WTM verkauft werden, eine Auftragsgarantie ist bis 2012 gewährleistet. Von diesem Verkauf sind 480 Mitarbeiter betroffen.

Der Vorstandsvorsitzende René Obermann will unter dem Namen T-Services zehntausende Mitarbeiter in eigene Gesellschaften auslagern. Mit diesem Vorgehen sollen Kostensenkung und Servicesteigerung erreicht werden. Darüber hinaus plant der Vorstand eine Verlängerung der Wochenarbeitszeit von 34 Stunden auf 38 Stunden und dazu eine Absenkung der Löhne.

Ver.di kritisierte diese Vorgehensweise und rief die Telekom-Beschäftigten in zahlreichen Städten Bayerns zu Demonstrationen auf. Am 26. März fand eine Demonstration in München statt. Die Protestaktionen richten sich vorrangig gegen die geplanten Gehaltskürzungen, die vom Management geforderten längeren Arbeitszeiten, den Abbau von Arbeitsplätzen und Standortschließungen.

Ver.di sieht bislang keine Einigung der Tarifverhandlungen aufgrund des vorgelegten "Horrorkatalogs". Falls keine Einigung erzielt werde, droht die Gewerkschaft mit Streiks.