Umweltbundesamt fordert Verkehrsverlagerung weg von Pkw und Lkw

Von der Straße auf die Schiene

Ein Workshops des Wuppertal Instituts für Klima, Umwelt und Energie, der Technischen Universität Dresden und des Umweltbundesamtes (UBA) kam zum Ergebnis, dass allein technische Maßnahmen an Fahrzeug und Motor nicht ausreichen würden, um das Klimaschutzziel der Bundesregierung im Verkehrssektor zu erreichen. Vielmehr sei es notwendig, dass die Politik Rahmenbedingungen schaffe, die zu einer stärkeren Nutzung umweltgerechterer Verkehrsträger führten. "Der Verkehrsbereich hat wegen seines starken Wachstums bisher nicht zur CO2-Reduzierung beigetragen. Ohne Emissionsminderungen im Verkehr lassen sich jedoch die Klimaschutzziele Deutschlands nicht erreichen", sagte der Vizepräsident des Umweltbundesamtes, Thomas Holzmann. Die Verlagerung von Fahrten und Transporten auf "umweltgerechtere Verkehrsträger" müsse daher stärker in den Vordergrund rücken.

Aktuelle Prognosen gingen davon aus, dass sich der Güterverkehr Deutschlands gegenüber heute bis zum Jahr 2050 verdoppelt. Zudem sei seit den 1960er Jahren der Anteil weniger umweltgerechter Verkehrsträger wie Auto, Lkw und Flugzeug stark gestiegen.

Der Verkehr belastet den Angaben zufolge mit dem Ausstoß von Treibhausgasen nicht nur das Klima, sondern mit Stickoxiden, Rußpartikeln und Lärm auch die Gesundheit der Menschen und beeinträchtigt die Lebensqualität in den Städten. Diese Belastungen würden durch die Verlagerung auf umweltgerechtere Verkehrsträger abnehmen, so die Umweltfachleute.

Die Expertinnen und Experten aus Wirtschaft, Politik und Wissenschaft waren sich offenbar einig, "dass weitergehende Maßnahmen im Güterverkehr, städtischen Nahverkehr und Flugverkehr notwendig sind, um Erfolge bei der Verlagerung zu erzielen". Durch die Verlagerung der Kaffeetransporte einer Rösterei von der Straße auf die Schiene ließ sich beispielsweise der CO2-Ausstoß um zwei Drittel reduzieren.

Die Lkw-Maut unterstütze solche Prozesse, "führte aber bisher hauptsächlich zur effizienteren Verkehrsabwicklung und emissionsärmeren Fahrzeugen". Eine größere Wirkung, wie etwa in der Schweiz, trete erst bei höheren Gebühren auf. Städte wie Freiburg, die durch stärker kundenorientierte Angebote Bus und Bahn sowie Fußgänger- und Fahrradverkehr förderten und gleichzeitig den Autoverkehr beschränkten, litten weniger unter verkehrsbedingten Umweltbelastungen.

Dabei müsse umweltfreundlichere Mobilität nicht viel kosten, so das Umweltbundesamt. Die Einrichtung eines flächendeckenden Fahrradroutennetzes sei volkswirtschaftlich weitaus günstiger als der Ausbau von Straßen. Als wirksames Instrument zur Minderung der Emissionen gelte die "steuerliche Gleichbehandlung der Verkehrsträger". Im Gegensatz zur Bahn seien Flugzeuge derzeit von der Mineralölsteuer und im internationalen Verkehr von der Mehrwertsteuer befreit, kritisiert die Fachbehörde der Bundesregierung.