CO2 Ausstoß Deutschland | Fangen wir endlich beim Auto an

Rußfilter nur gegen Aufpreis | Autoindustrie feiert PS statt Filter

Der Verkehrsclub Deutschland (VCD) kritisiert die deutsche Autoindustrie für fehlende Spitzenleistungen im Bereich Umwelttechnik und bescheinigt den Herstellern mangelnde Innovationskraft. Wenn die 60. Internationale Automobilausstellung (IAA) morgen ihre Tore für das Publikum öffne, biete sich dem zukunftsorientierten und umweltbewussten Besucher ein trauriges Bild. Besonders die deutschen Hersteller setzten immer noch auf viel "Chrom, Glanz und Glitter" statt auf intelligente Lösungen bei Spritsparen, Lärm- und Schadstoffreduktion. Das bestätige die aktuelle Ausgabe der VCD Auto-Umweltliste, in der der umweltorientierte Verkehrsclub jedes Jahr die angebotenen Automodelle nach ihrer Umweltverträglichkeit bewertet.

"Der Verband der deutschen Automobilindustrie spricht von einer IAA der Superlative und führt zum Beweis Luxuskarossen mit über 600 PS und für mehr als 100.000 Euro an. Die deutschen Hersteller setzen also immer noch auf das Prinzip *größer, schneller, luxuriöser' statt mit sparsamen, leisen und abgasarmen Fahrzeugen Spitzenplätze im internationalen Wettbewerb anzustreben.", kritisiert Hermann-Josef Vogt, Mitglied im VCD-Bundesvorstand. Diese Entwicklung gehe an den Bedürfnissen der Kunden vorbei, wie die sinkenden Absatzzahlen zeigten.

Dass es auch anders gehe, beweise Peugeot, wo mit der offensiven Vermarktung des Rußfilters die Verkaufszahlen entgegen dem Trend erheblich gesteigert werden konnten. Die Bekämpfung der krebserregenden Rußteilchen ist aus Sicht des VCD ebenso dringend wie einfach, da die benötigte Technik längst existiere. Angesichts eines Dieselanteils von 40 Prozent bei den Neuzulassungen müssten umgehend alle Neuwagen serienmäßig den Rußfilter erhalten und Nachrüstsätze für Gebrauchtwagen angeboten werden. Doch bei Mercedes, VW, Audi, Opel und Co. gebe es den Rußfilter auch nach der IAA allenfalls gegen einen hohen Aufpreis.

"Wenn sich jetzt ausgerechnet Mercedes in großen Anzeigen für die Einführung des Rußfilters feiert, ist das schlichtweg zynisch.", so Gerd Lottsiepen, verkehrspolitischer Sprecher des VCD. Gerade die Stuttgarter hätten das Verweigerungskartell gegen die gesundheitsschützende Technik jahrelang angeführt. Jetzt biete Daimler den Filter lediglich in der C- und E-Klasse und gegen Aufpreise an. "Das Saubermann-Image ist damit vollkommen unglaubwürdig.", so Lottsiepen.

Wie wenig ehrgeizig Management und Ingenieure in Sachen Umwelttechnik seien, mache der durchschnittliche Stadtverbrauch von 9,5 Litern über die gesamte Fahrzeugflotte erschreckend deutlich. So kündige beispielsweise Volkswagen an, auf der IAA ein "Neuheiten-Feuerwerk" zu zünden. Dabei setze VW aber keine Glanzlichter bei der Senkung des Spritverbrauchs, sondern feiere den extralangen Phaeton mit einem Stadtverbrauch von 23,9 Litern. "Der Treibhauseffekt nimmt dramatisch zu, deshalb brauchen wir dringend eine erhebliche Reduzierung des CO2-Ausstoßes über die gesamte Fahrzeugflotte hinweg", erklärt Lottsiepen.

Moderne Techniken wie Erdgas- oder Hybridantriebe, die beispielsweise von Opel und Toyota für einzelne Modelle angeboten würden, seien hierfür wegweisend. Solche Fahrzeuge schnitten daher in der VCD Auto-Umweltliste sehr gut ab. Doch insgesamt fristeten diese Techniken wegen des mangelnden Engagements der Hersteller immer noch ein Nischendasein.

Am 10-09-2003

Ausländer bieten Rußfilter und Hybrid-Autos

Der Verkehrsclub Deutschland (VCD) zieht zum Ende der Internationalen Automobilausstellung (IAA) am Wochenende eine enttäuschende Bilanz. Die größte Autoschau der Welt biete keinen Anlass, die deutsche Autoindustrie als Innovations- und Konjunkturmotor zu feiern, wie es bei zahlreichen Produktpräsentationen und Politikerauftritten geschehen sei. VW, Mercedes und BMW investierten beispielsweise Millionen in die Präsentation teurer Luxusmodelle mit hohem Verbrauch. Spitzenprodukte, die intelligente Umwelttechnik, praxisnahe Ausstattung und verbraucherfreundliche Preise miteinander in Verbindung brächten, fänden sich dagegen anders als bei Peugeot oder Toyota nur in der Nische.

"Die Industrie feiert nach wie vor die Spritschlucker", beschwerte sich Gerd Lottsiepen, verkehrspolitischer Sprecher des VCD. "Sie schämt sich nicht, Fahrzeuge als Synthese aus Luxusauto, Sportwagen und Geländefahrzeug anzupreisen, die in der Dieselversion so viel Dreck aus dem Auspuff blasen, dass sie als Pkw gar nicht zugelassen werden können." Statt dessen wichen die Hersteller bei Kolossen wie dem VW Touareg oder dem BMW X5, die über zwei Tonnen wiegen und mehr als 40.000 Euro kosten, auf die weniger strengen Grenzwerte für Nutzfahrzeuge aus.

Für eine langfristige Sicherung des "Autostandortes Deutschland" müsse die deutsche Autoindustrie Spitzenreiter bei der Umwelttechnik werden und sich nicht länger von der ausländischen Konkurrenz vorführen lassen, wie es den Franzosen beim Rußfilter oder den Japanern bei der Hybrid-Technik gelungen sei. Erst durch massiven öffentlichen Druck hätten sich die deutschen Hersteller beim Thema Partikelfilter bewegt.

Einen "großen Erfolg für die Umweltbewegung, die bei diesem Thema nicht locker gelassen hat" nannte Lottsiepen den Umstand, dass jetzt auch deutsche Pkw serienmäßig mit Partikelfilter angeboten werden. Allerdings bestätige sich der Verdacht, dass einige Hersteller "Apothekenpreise" für die gesundheitsschützende Technik verlangen wollten. "So soll der Filter für den Golf V stolze 565 Euro extra kosten, obwohl VW-Chef Pischetsrieder die Kosten in dieser Fahrzeugklasse im Februar noch auf 200 bis 400 Euro beziffert hat", berichtet der VCD-Experte. Mercedes verlange sogar 580 Euro Aufpreis für den Filter.

Erst wenn alle Dieselfahrzeuge serienmäßig mit dem Filter ausgestattet seien und den Kunden keine Aufpreise mehr zugemutet würden, könne der Kampf gegen den krankmachenden Dieselruß für beendet erklärt werden. Um diesen Prozess zu beschleunigen und Autokäufern Entscheidungshilfe zu geben, hat der VCD eine aktuelle Liste von Dieselfahrzeugen zusammengestellt, die bereits jetzt oder im Laufe des kommenden Jahres mit Rußfilter erhältlich sind. In der Liste, die der Verband auf seiner Website veröffentlicht, finden sich außerdem Angaben zu Aufpreisen für den Filter und zur Bewertung der Fahrzeuge in der VCD Auto-Umweltliste.

Am 19-09-2003

Abschluss der "Europäischen Woche der Mobilität"

Der Aktionstag "In die Stadt - ohne mein Auto" bildete am Sonntag den Höhepunkt und Abschluss der "Europäischen Woche der Mobilität". Rund 1.300 Städte aus 34 Ländern beteiligten sich in diesem Jahr an den Aktionen zwischen dem 16. und 22. September. In Deutschland sind 100 Städte mit dabei. Von Aachen bis Zirndorf steht alles unter dem Zeichen "Umweltfreundliche Mobilität": Schnuppertickets vom Busunternehmen, Radtouren mit dem Bürgermeister, Mobilitätsfeste, autofreie Aktionsmeilen oder Mitmachaktionen für Schüler.

Erstmals beteiligte sich die Stadt Trier - und mauserte sich gleich zu einer der Vorzeigestädte: Jeder Tag der Aktionswoche wurde unter einem Motto ausgestaltet, wie der Tag der Barrierefreiheit, der Tag der Fußgänger oder der Tag des ÖPNV. Heute heißt es in Trier "Mit dem Fahrrad zur Arbeit und zur Schule". Damit dieses Motto auch an vielen weiteren Tagen gilt, wird die sogenannte Südroute für Radfahrer eröffnet.

"Barrierefrei durch Berlin" nannte die BVG ihren Aktionstag am Samstag: Mobilitätsbehinderte konnten den Ein- und Ausstieg in Straßenbahnen und Omnibusse trainieren, seh- und hörbehinderte Menschen testeten die für sie wichtigen Informations- und Orientierungsangebote, Berliner Politiker und BVG-Prominente stellten sich im Interview den Fragen der Besucher. Für gute Unterhaltung sorgten u.a. sportliche Wettkämpfe und ein umfangreiches Kinderprogramm. So wie in Berlin sah es am Wochenende in rund 30 weiteren deutschen Städten aus: Sie alle widmeten ihre Aktivitäten dem diesjährigen Schwerpunktthema "Barrierefreie Mobilität".

Neben Berlin sind in diesem Jahr auch alle anderen europäischen Hauptstädte, außer Rom und Warschau, mit dabei. Paris sieht den heutigen Aktionstag als Beitrag in seinem Kampf gegen die derzeit extrem hohen Ozonwerte - den höchsten, die seit dem Jahr 1997 in der französischen Hauptstadt registriert wurden. Spanien stellt mit rund 230 - ebenso wie in allen Jahren zuvor - die größte Anzahl der Teilnehmerstädte.

Die "Europäische Woche der Mobilität" (European Mobility Week) ist eine Initiative von EU-Umweltkommissarin Margot Wallström. Sie findet alljährlich vom 16. bis 22. September 2003 statt und hat zum Ziel, einen umweltfreundlicheren Verkehrsmittelmix (und damit mehr Lebensqualität) in den Städten zu fördern. Schwerpunkt in diesem Jahr ist das Thema "Barrierefreie Mobilität".

Das Klima-Bündnis als Städtenetzwerk mit mehr als 1.200 Mitgliedskommunen in ganz Europa ist einer der vier Partner in der europäischen Koordination der Initiative und die Koordinationsstelle für die deutschen Teilnehmerkommunen.

Am 22-09-2003

Energiesparen

Mit 250 Energiebeauftragten aus der gesamten Bundesrepublik, die am 24. und 25. November in der Klima-Bündnis-Stadt Bad Homburg tagen, ist der 9. Deutsche Fachkongress der kommunalen Energiebeauftragten ausgebucht. Im Mittelpunkt des Kongresses, der unter dem Motto "Energiemanagement hilft sparen" steht, sind der gegenseitige Erfahrungs- und Informationsaustausch anhand von erfolgreichen städtischen Klimaschutzprojekten sowie neue technische Entwicklungen bei den erneuerbaren Energien.

Veranstalter sind die Stadt Bad Homburg von der Höhe, das Deutsche Institut für Urbanistik, der Deutsche Städtetag, der Deutsche Städte- und Gemeindebund, der Deutschen Landkreistag, das Hessische Ministerium für Wirtschaft, Verkehr und Landesentwicklung sowie das Klima-Bündnis der europäischen Städte.

Auf der internationalen Ebene - Anfang Dezember beginnt die neunte Verhandlungsrunde der Vertragsstaaten der Klimarahmenkonvention in Mailand - ist der Klimaprozess ins Stocken geraten. Noch immer ist das Kyoto-Protokoll, das eine Verminderung der Treibhausgase um 5,2 Prozent bis 2008 bzw. 2012 vorsieht, nicht in Kraft getreten. Damit das Protokoll in Kraft treten kann, muss es von Industrieländern ratifiziert worden sein, die insgesamt für mindestens 55 Prozent der weltweiten CO2-Emissionen verantwortlich sind. Die bisher beigetretenen Staaten stellen lediglich 47 Prozent des gesamten CO2-Ausstosses. Damit der erforderliche Anteil von 55 Prozent erreicht wird, muss auch Russland das Protokoll ratifizieren.

Im Gegensatz dazu zeigen Städte und Gemeinden im Rahmen des kommunalen Energiemanagements erfolgreich, dass Klimaschutz wirtschaftliche Vorteile bringen kann. Vorreiterstädte haben ihre CO2-Emissionen bereits bis zu 50 Prozent reduziert! Aktives Energiemanagement hilft Städten und Gemeinden nicht nur, ihre Klimaschutzziele zu erreichen, es trägt auch zur Entlastung der kommunalen Haushalte bei. In aller Regel übersteigen die eingesparten Energiekosten die Aufwendungen für das Energiemanagement um ein Vielfaches. Energiemanagement sichert den wirtschaftlichen Betrieb der kommunalen Liegenschaften.

Am 25-11-2003

Ziel verfehlt

Autos und Flugverkehr sind an der Treibhausgas-Misere in der EU schuld. Zu diesem Schluss kommt ein Bericht der European Environment Agency. Im Zeitraum von 1990 bis 2010 würden die Emissionen von Treibhausgasen um 34 Prozent ansteigen. Damit wird das Kyoto-Ziel in der EU nicht erreicht werden, so die European Environment Agency. Pessimistisch beurteilt die European Environment Agency auch die Entwicklung in Deutschland, dem Land in der EU, das 25 Prozent aller Treibhausgase emittiert. Die Reduktion von Treibhausgasen werde dort geringer ausfallen als bisher angenommen. Das gesamte EU-Ergebnis werde 2010 um nur 0,5 Prozent unter den Werten von 1990 liegen. Als Grund für das weite Auseinanderklaffen der tatsächlichen Emissionen von den geplanten Werten gibt die Agentur die rasante Zunahme des Straßenverkehrs an. Nicht in den Berechnungen enthalten seien auch die steigenden Zahlen im Flugverkehr.

Nach Berichten von BBC könnte aber innerhalb der EU zumindest die Reduktion einiger anderer Treibhausgase erfolgreich sein, wenn innerstaatliche Gesetze durchgesetzt würden.

Zu den EU-Staaten, die die individuellen Kyoto-Ziele definitiv nicht einhalten könnten, zählen Dänemark, Spanien, Österreich, Irland und Belgien. Diese Staaten lägen mit ihren tatsächlichen Emissionen um mehr als 20 Prozent über den vereinbarten Grenzwerten. Positiv entwickelt hätten sich hingegen Schweden und Großbritannien, die weniger Emissionen in die Atmosphäre blasen würden als ursprünglich vereinbart. Wenn die Ziele weiterhin eingehalten werden, könnten die Emissionen in der EU um 0,2 Prozent sinken.

Die Allianz pro Schiene forderte deshalb, die Bahn als die klimaschonende Alternative im Verkehr stärker zu fördern. "Ohne eine Verkehrswende zugunsten der Bahn ist unser Klima nicht zu retten", sagte Dirk Flege, der Geschäftsführer des Schienenbündnisses. Nach aktuellen Daten des Umweltbundesamtes verursache ein PKW 2,3-mal mehr, ein LKW sogar fünfmal mehr klimaschädliches CO2 als die Bahn.

"Vor allem die deutsche Regierung ist in punkto Klimaschutz jetzt verkehrspolitisch gefordert", betonte Flege. Er forderte die Bundesregierung auf, ihr CO2-Reduktionsziel bei den laufenden Haushaltsverhandlungen zum Verkehrsetat zu berücksichtigen. "Kürzungen bei der Schiene tragen letztlich zum Klimakollaps bei.", so Flege.

Die Allianz pro Schiene kritisierte außerdem, dass der geplante Emissionshandel den Verkehrssektor nicht einbeziehe und dadurch die Eisenbahnen einseitig zu belasten drohe. Der Grund: Die Stromerzeugung des elektrisch betriebenen Schienenverkehrs sei vom Emissionshandel betroffen, während die Treibhausgase, die der Straßenverkehr bei der Verbrennung von Mineralöl erzeugt, nicht erfasst würden. Der Verband forderte die EU auf, alle verkehrsbedingten CO2-Emissionen in den Emissionshandel einzubeziehen. Die EU müsse gerade im Verkehr, der für ein Fünftel aller Treibhausgase in Europa verantwortlich ist, endlich wirksame Klimaschutzmaßnahmen ergreifen.

Am 03-12-2003

Abgaskennzeichnung

Im Streit mit BMW, Mercedes und VW wegen irreführender Abgaskennzeichnungen der Diesel-Modelle X5, ML und Touareg hat der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) nach eigenen Angaben Teilerfolge erzielt. BMW habe nach der mündlichen Verhandlung auf dringendes Anraten des Landgerichts München erklärt, das beanstandete X5-Modell nicht weiter vergleichend zu anderen PKW mit einem "niedrigen Schadstoffausstoß" zu bewerben. Mercedes verzichte bei der Werbung für ein Modell der M-Klasse auf eine irreführende Abgastabelle mit zu niedrigen Abgaswerten. Zudem hätten BMW und Mercedes ungeachtet der noch ausstehenden Urteile in der Werbung die beanstandeten Angaben zur Abgasnorm verbraucherfreundlicher nachgebessert.

Derweil habe das Landgericht Braunschweig die Klage gegen VW abgewiesen. Demnach dürfe VW sein Touareg-Modell weiter mit der Abgasnorm Euro 3 bewerben, ohne darauf hinzuweisen, dass dieser Norm der Grenzwert für leichte Nutzfahrzeuge zugrunde liege. "Gegen dieses Urteil werden wir Berufung einlegen", so der Vorstand des Verbandes, Edda Müller. Es müsse ausgeschlossen werden, dass in Deutschland PKW mit einem extrem hohen Schadstoffausstoß durch eine irreführende Kennzeichnung ein positives Umweltimage verliehen würde. Bei den Oberklassen-Limousinen handele es sich um Personenkraftwagen (PKW) mit einem extrem hohen Schadstoffausstoß.

Die tonnenschweren Pkws würden im Internet mit der Abgasnorm Euro 3 beworben, ohne Hinweis, dass es sich dabei um die Norm für leichte Nutzfahrzeuge handele, die deutlich höher lägen als für PKW. "Mit geringerem Gewicht wären die Fahrzeuge wegen zu hoher Partikelemissionen als PKW-Neuwagen gar nicht zulassungsfähig", so Müller. Besonders brisant sei, dass die Käufer dieser Diesel-Panzer zudem mit einer ermäßigten KFZ-Steuer für Nutzfahrzeuge belohnt würden und damit weniger Steuer zahlten als für einen kleineren und leichteren PKW. "Diese Gesetzeslücke, die es den Konzernen ermöglicht, PKW als steuervergünstigte leichte Nutzfahrzeuge anzumelden, muss unabhängig vom Ausgang der Verfahren schnellstmöglich geschlossen werden", so Müller. Deutliche Worte dazu fand auch die Vorsitzende Richterin am LG München.

Sie erklärte, die zugrundeliegenden Vorschriften seien "einfach bescheuert". Die Abweisung der Klage gegen VW hatten die Richter mit dem Hinweis begründet, dass es den Käufer nicht interessiere, dass es sich bei dem Fahrzeug emmissionsschutzrechtlich nicht um einen PKW handele. Daher sei für den durchschnittlich informierten Verbraucher die Werbung mit der Abgasnorm Euro 3 im Rahmen der PKW-Präsentation im Internet nicht irreführend. "Hier wird dem Verbraucher unterstellt, dass er sich nicht für Umweltaspekte und die gesundheitliche Auswirkung von Dieselruß-Emissionen interessiert", so Edda Müller. Für durch Dieselruß geschädigte Menschen seien die Fahrzeuge und die Beurteilung der Richter ein Schlag ins Gesicht. Laut einer Studie im Auftrag des Umweltbundesamtes sterben allein in Deutschland jährlich 10-19.000 Menschen an den Folgeerkrankungen durch Dieselruß.

Am 09-12-2003

Geldbeutel und Klima schonen

Das alte Jahr neigt sich seinem Ende zu und die Zeit der guten Vorsätze beginnt. Warum also nicht einmal den Vorsatz fassen, im neuen Jahr den eigenen Stromverbrauch durch ein paar einfache Maßnahmen zu senken. Das schont die Haushaltskasse und das Klima. Denn die Stromgewinnung aus Kohle, Gas und Öl erzeugt CO2-Emissionen, die als mitverantwortlich für den Klimawandel gelten. Egal, ob es um den Stand-by-Verbrauch bei Elektrogeräten, um Beleuchtung oder um Haushaltsgeräte geht: Die Tipps der Initiative EnergieEffizienz für intelligente Stromnutzung lassen sich in jedem Bereich leicht umsetzen. Zehn gute Vorsätze für mehr Energieeffizienz:

Energiesparlampen statt herkömmlicher Glühlampen einsetzen. Nur in den Räumen das Licht brennen lassen, in denen man sich gerade aufhält. Fernseher, DVD-Player und Co. direkt am Gerät ausschalten. Wo kein Netz-Schalter vorhanden ist: Stecker ziehen. Schon beim Kauf von elektronischen Geräten immer auf einen niedrigen Stromverbrauch achten. Oft geben die Produktunterlagen Auskunft.

Bei Ladegeräten (z.B. Handy, Laptop oder DigiCam) gleich nach dem Aufladen den Stecker ziehen. Auch bei kleineren Pausen: Computermonitor ausschalten. PC nach Gebrauch vom Netz trennen. Schaltbare Steckerleisten verwenden: Mit einem Knopfdruck lassen sich so alle angeschlossenen Geräte ganz vom Stromnetz trennen.

Beim Kauf von Haushaltsgeräten wie Kühlschrank oder Waschmaschine immer auf energieeffiziente Geräte achten. Erste Wahl sind Produkte mit der auf dem EU-Label angegebenen Effizienzklasse A; bei Kühl- und Gefriergeräten in Kürze auch mit den Energieklassen A+ und A++. Geschirrspüler und Waschmaschine immer voll beladen. Kochwäsche nicht bei 90 Grad waschen, 60 Grad reichen in der Regel aus. Wo möglich, Sparprogramme verwenden.

Mehr Informationen für weitere Maßnahmen zur intelligenten Stromnutzung bietet die Website und die kostenlose Energie-Hotline 0800-0736734. Die Initiative EnergieEffizienz wird von den Verbänden der Energiewirtschaft (VDEW, VRE, VKU) und der Deutschen Energie-Agentur GmbH (dena) getragen und von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) und dem Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit (BMWA) gefördert.

Am 22-12-2003

Auto-Verkehr

Der Verein "autofrei leben! e.V." möchte Autofahrer aus ihren Blechkäfigen rausholen. Ein Leben nach dem Auto ist möglich - eine neue Broschüre erklärt wie. Die Mitglieder von "autofrei leben! e.V.", sind mit dem Vereinsbeitritt eine Selbstverpflichtung zur Mobilität ohne Auto eingegangen. Viele sind früher selbst "Outo" gefahren, haben dann aber den Ausstieg geschafft - manche mit, andere ohne schmerzliche Entzugserscheinungen. Deshalb haben sie auch eine Menge Tipps auf Lager für die Übergangsphase und den Alltag danach.

Auf 28 kompakten Seiten bekommen Interessierte nützliche Adressen, eine Autokosten-Spartabelle, ein Stichwortverzeichnis und die Anleitung zum Ausstieg. Als Gründe für den Umstieg auf eine andere Art der Mobilität werden Zeit- und Spaßgewinn, die eigene Gesundheit, die Umwelt sowie finanzielle Vorteile genannt.

Die völlige Abnabelung von der Benzinkutsche schütze vor Rückfälligkeit, ähnlich wie beim Alkoholismus. Wer vor der Schocktherapie des unmittelbaren Beitritts zu "autofrei leben! e.V." noch zurückschreckt und gegen den eigenen "Autoholismus" anonym ankämpfen möchte, bekommt 3 Empfehlungen: "Eigene Wege finden", "Hindernisse erkennen und beseitigen" und letztendlich "Fesseln lösen".

Der Bekanntenkreis reagiere typischerweise mit Ver- aber auch Bewunderung. "Freizeitautomobilität ohne Automobil" sei wie ein "hypothetisches Fernsehverbot", "würde geradezu an den Grundfesten unserer Arbeits- und Konsumgesellschaft rütteln", diagnostizierte einst Prof. Opaschowski vom "Freizeit-Forschungsinstitut". Genau das wollte das Vereinsmitglied Lothar Galow-Bergemann schon immer. Seitdem er das Auto abgeschafft hat und dadurch mit weniger Geld auskommt, wünscht er seinen Arbeitskollegen immer zwei Tage früher ein schönes Wochenende. Die Broschüre gibt es bei autofrei leben! e.V., Volkmanstr. 6, 22083 Hamburg, gegen 2,- Euro in Briefmarken. Oder per Download von der Homepage.

Am 08-01-2004

EU-Richtlinie

Britische Forscher suchen nach Möglichkeiten, den Autoverkehr leiser werden zu lassen. Mithilfe eines mathematischen Modells solle damit der Hightech-Reifen entwickelt werden, der auf dem ultimativen Fahrbahnbelag leise dahinrollt. Damit wird den künftigen EU-Richtlinien über Verkehrslärm entsprochen, berichtet BBC-online. Automotoren seien zwar in den vergangenen Jahrzehnten immer leiser geworden. Der Lärm entstehe daher nicht mehr in erster Linie durch das Motorengeräusch, sondern durch die Räder und den Straßenbelag. Ab einer Geschwindigkeit von 30 km/h sorgten Vibrationen für die Ausbreitung von Schallwellen. Nach Meinung des Forschungsleiters Roger Pinnington vom Southampton Institute of Sound and Vibration Research sei gerade der Faktor "Reifen" sträflich vernachlässigt worden.

"Lärm wird in Städten und Metropolen vielfach als gegeben hingenommen", erklärt der Experte, der davon überzeugt ist, dass die Entwicklung neuer Autoreifen die Lärmentwicklung durchaus vermindern kann.

Grund für das Forschungsprojekt RATIN (Road and Tyre Interaction Noise), das gemeinsam mit der Aristoteles Universität in Saloniki durchgeführt wird, sind laut BBC die EU Direktiven, die ab 2007 jeden Fahrzeughersteller betreffen werden. Dann würden genaue Lärmmessungen aller Fahrzeug- und Reifentypen vorgeschrieben sein. Bisher werde nur das reine Motorengeräusch gemessen, nicht aber der Lärm, der von den Reifen ausgehe. Glatte Fahrbahnen reduzieren den Lärm. Problematisch dabei sei aber das Phänomen der Luft, die im Reifenprofil zusammengedrückt werde und die für laute zischende Geräusche sorge. Auch sei die Bodenhaftung bei glatten Fahrbahnen und Regen schlechter, was wiederum die Sicherheit verringere. "Die besten Ergebnisse werden auf Straßenbelägen erzielt, die sowohl glatt als auch porös sind", so Pinnington.

Am 14-01-2004

Pendler können sparen und das Klima schonen

Bereits 165 Kommunen in Nordrhein-Westfalen setzen auf den Bürgerservice "Pendlernetz". Damit hat ein großer Teil der Bevölkerung, immerhin 7,2 Mio. Bürger, die Möglichkeit, Fahrgemeinschaften über den internetgestützten Service zu nutzen. In diesem Einzugsgebiet pendeln täglich 1,1 Millionen Menschen zu ihrem Arbeitsplatz. Die Möglichkeit des Sparens ist die Hauptmotivation (60 Prozent) für Pendler, Fahrgemeinschaften zu bilden. Mit einem Platz in einer Pendlergemeinschaft sparen sie viel Geld. "Fahrgemeinschaften sind Spargemeinschaften", so Projektleiter Rolf Mecke.

Wie sehr der als Agenda 21-NRW-Projekt ausgezeichnete Bürgerservice "Pendlernetz" angenommen wird, zeigen die mehr als Tausend Emails mit zahlreichen Verbesserungsvorschlägen, die Pendler in einer Aktion einreichten. Die Anregungen wurden inzwischen vollständig umgesetzt. Die Motivation der Pendler, sich so aktiv zu beteiligen, war in den zahlreichen Mails leicht abzulesen: Immer weitere Wege zur Arbeit und dadurch steigende Kosten, Staus auf den Straßen und mehr Stress.

Eine neue Studie des Karlsruher ITAS-Instituts bescheinigt dem Bilden von Fahrgemeinschaften eine höhere Entlastungsmöglichkeit des Straßenverkehrs als die neuen Techniken der Verkehrstelematik. Hier gibt es ein großes Sparpotential.

Am 29-01-2004

Umweltbewusst Autofahren

Wirtschaftswissenschaftler der Universität Hohenheim errechnen das Einsparpotenzial einer neuen Fahrkultur. Werner F. Schulz vom Fachgebiet Umweltmanagement der Universität Hohenheim und seine Mitarbeiter Bettina Klotz und Christoph Nun haben das Mobilitätsverhalten deutscher PKW- und LKW-Fahrer unter die Lupe genommen und das jährliche Einsparpotenzial einer so genannten ökoeffizienten Fahrweise anhand der Daten für das Jahr 2002 errechnet. Ergebnis: Bundesweit könnten jährlich rund 10 Milliarden Liter Kraftstoff - über 8 Milliarden bei PKW und knapp 2 Milliarden bei LKW - sofort eingespart werden.

Das sind gute zehn Milliarden Euro. Auch die Umwelt gewinnt: Insgesamt brächte die neue Fahrweise eine jährliche Entlastung an Kohlendioxid-Emissionen um rund 24 Millionen Tonnen. Diese Menge entspricht der Jahresemision von rund 4 Millionen Ölheizungen in Dreipersonenhaushalten.

Besonders viel lässt sich durch eine niedertourige und vorausschauende Fahrweise sparen, die - ohne häufige Abbrems- und Beschleunigungsvorgänge - ein "Mitschwimmen" im Verkehr erlaubt. Testergebnisse beweisen: Wer rechtzeitig vom dritten in den vierten Gang schaltet, kann auf 100 Kilometer rund 3,5 Liter Sprit sparen.

Die Liste der Spartipps ist lang: Dass das "Warmlaufenlassen" des Motors im Leerlauf vermieden werden soll, wissen inzwischen die meisten Autofahrer. Dass die Skibox auf dem Autodach 1,5 Liter ausmacht und Fahrräder auf dem Autodach den Spritverbrauch sogar um 2 bis 4 Liter ehöhen, ist vielen Deutschen jedoch noch nicht so richtig klar.

Tausende von Fahrtrainings zeigen, dass sich durch eine angepasste Fahrweise an Fahrzeugen mit Schaltgetriebe rund 20 Prozent, an Fahrzeugen mit Automatikgetriebe rund 10 Prozent des Kraftstoffverbrauchs einsparen ließen. Prof. Schulz, selbst Fahrer eines Mittelklassewagens, ist sich darüber im Klaren, dass dies im Autoalltag nicht ohne Weiteres auf Anhieb gelingt: "Natürlich möchte jeder so schnell wie möglich von A nach B kommen. Trotzdem regen dramatisch leere Haushaltskassen und der rasante Klimawandel die Autofahrer immer häufiger zu einem ökoeffizenteren Fahrstil an. Am Besten ist es, sich in ganz kleinen Schritten systematisch an die neue Fahrkultur zu gewöhnen.

Man sollte sich zum Beispiel zu Beginn eines Jahres ein kleines Spritsparziel setzen und am Jahresende prüfen, ob es erreicht wurde. Wer sich noch intensiver mit einer umwelt- und kostenorientierten Fahrweise befassen will, kann an den Fahrtrainings teilnehmen, die inzwischen zu diesem Thema angeboten werden."

Am 04-02-2004

Autoverkehr

Dreißig Prozent des Energieverbrauchs in Deutschland entfallen auf den Verkehr. Damit sind Autos, LKW und Busse die größten Energieschlucker - und stoßen noch dazu besonders viele Abgase aus, vor allem das Treibhausgas Kohlendioxid, das maßgeblich für den Klimawandel verantwortlich ist. Der Verkehrsclub Deutschland (VCD) e.V. hat nun gemeinsam mit dem Umweltbundesamt (Berlin) ein Projekt initiiert, bei dem Unternehmen in speziellen Seminaren gezeigt werden soll, wie ihr Fuhrpark mit weniger Sprit auskommt.

Die größten Einsparungen beim Treibstoffverbrauch hingen nicht von der Technik ab, sondern vom Fahrer. "Durch entsprechendes Fahrertraining kann der Verbrauch eines Autos um bis zu einem Viertel gesenkt werden", sagt Müller, "bei LKW sind es immerhin bis zu 15 Prozent. Diese Zahlen dürften für Firmen gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten Anreiz genug sein, sich zu informieren und aktiv zu werden."

In Kooperation mit Industrie- und Handelskammern aus ganz Deutschland werden konkrete Maßnahmen präsentiert, mit denen der Umwelt Abgase und den Unternehmen Ausgaben erspart bleiben. "Um Klima und Umwelt zu schützen, müssen wir das vorhandene Wissen breit streuen und alle Sparpotenziale ausschöpfen", sagt DBU-Generalsekretär Dr. Fritz Brickwedde. Die DBU fördert das Projekt mit 65.000 Euro.

Analysen im Auftrag des Umweltbundesamtes haben ergeben, dass der Kohlendioxidausstoß von Fahrzeugen durch kleine Tricks und Kniffe um bis zu dreißig Prozent gesenkt werden kann. Der richtige Reifendruck spare zum Beispiel zwei Prozent Sprit. Ein Routenplaner, der die kürzeste Strecke auswählt, schone nicht nur Nerven, sondern an der Tankstelle auch den Geldbeutel. Die Auswahl der Schmierstoffe habe ebenfalls Einfluss darauf, wie viel Kraftstoff ein Fahrzeug schluckt.

"Weil der überwiegende Teil des Güterverkehrs und immerhin elf Prozent aller Autos in Deutschland zu einem Firmenfuhrpark gehören, richten sich unsere Seminare gezielt an Unternehmen", sagt Michael Müller vom Verkehrsclub Deutschland. Das Ziel: so viele Firmen wie möglich davon zu überzeugen, Sprit zu sparen. "Die Unternehmen können ganz erheblich profitieren", so Müller. Das Haushalten mit Kraftstoff bringe spürbare finanzielle Erleichterungen. Zudem könnten sich die Firmen bei der Beschaffung spritsparender Mittel wie spezieller Reifen und Öle zusammenschließen - und so günstigere Preise mit den Zulieferern aushandeln. Folgende Seminartermine stehen bereits fest: 26. April, IHK Hamburg, 4. Mai. IHK Freiburg, 24. Juni, IHK Reutlingen.

Am 19-02-2004