Fehmarnbelt-Querung wäre laut Gutachten nicht ausgelastet

Tanker-Kollisionen befürchtet

Die geplante feste Fehmarnbelt-Querung wird einem am 14. Februar veröffentlichten Gutachten zufolge weit weniger ausgelastet sein als geplant. Statt mit 8000 Kraftfahrzeugen und 100 Zügen pro Tag sei wenige Jahre nach der geplanten Eröffnung nur mit 5000 Fahrzeugen und 40 Zügen zu rechnen, so das Ereignis eines vom Naturschutzbund Deutschland (NABU) in Auftrag gegebenes Gutachten. "Die Brücke wird auch in 20 Jahren erst zu zehn Prozent ausgelastet sein", sagte NABU-Landesgeschäftsführer Ingo Ludwichowski. Der Umweltverband will gegen das Projekt klagen.

Der NABU werde möglicherweise bereits juristische Schritte gegen den geplanten Staatsvertrag zwischen Deutschland und Dänemark einleiten. Es bestehe die Gefahr, dass Tanker mit der Brücke kollidieren könnten und das Bauwerk die Versorgung der Ostsee mit sauerstoffreichem Wasser störe.

Die von dem Umweltschutzverband beauftragen Gutachter von der Vieregg-Rössler GmbH gehen außerdem davon aus, dass die Baukosten der 19 Kilometer langen Brücke zu niedrig kalkuliert sind. Statt der erwarteten 5,6 Milliarden Euro sei wegen der erheblich gestiegenen Rohstoff- und Energiepreise mit bis zu zehn Milliarden Euro zu rechnen.

Nach jahrelangen Verhandlungen hatten sich Deutschland und Dänemark Ende Juni 2007 auf den Bau geeinigt. Die Kosten der Brücke zwischen der dänischen Insel Lolland und Fehmarn in Höhe von 5,6 Milliarden Euro sollen weitgehend von dänischer Seite übernommen werden. Deutschland trägt 800 Millionen Euro. Die Brücke soll 2018 fertiggestellt sein.