Europäische Razzia gegen rechte Musikszene

"Celtic Moon" und "Werwolf Records"

Mit einer großangelegten Razzia sind europäische Fahnder am Mittwoch (27. August) gegen die rechte Musikszene vorgegangen. Auf Veranlassung der Staatsanwaltschaft Frankfurt am Main und des Bundeskriminalamtes (BKA) wurden am Morgen in Dänemark und Finnland mehrere Objekte durchsucht und zwei Männer verhaftet. Bei ihnen handelt es sich laut dem Sprecher der Frankfurter Staatsanwaltschaft, Thomas Bechtel, um den 33-jährigen Deutschen Stephan G. und den 32-jährigen Dänen Flemming C. Beiden werden Volksverhetzung, Gewaltdarstellung und Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung vorgeworfen.

Als Verantwortliche des rechten Musikversands "Celtic Moon" sollen sie illegale Tonträger wie "Kommando Freisler - Geheime Reichssache" finanziert, in Auftrag gegeben und anschließend vertrieben haben. Die Männer hätten sich dazu Kontakten nach Australien bedient. Dort habe ein mutmaßlicher Komplize aus übersandten Aufnahmen Zehntausende CDs hergestellt und diese dann nach Dänemark verschickt.

Laut den Ermittlern haben Stephan G. und Flemming C. Verbindungen zu deutschen Musikgruppen, Musikmanagern und bekannten Anhängern der rechten Szene wie dem NPD-Bundesvorstandsmitglied Thorsten Heise. Heise gelte als Urheber diverser rechter CDs. Bereits im vergangenen Oktober ließ die Frankfurter Staatsanwaltschaft sein Haus in Thüringen durchsuchen.

Weitere Verbindungen sollen G. und C. zu dem illegalen CD-Versand "Werwolf Records" haben, der mit Heise bei der Produktion des zweiteiligen Samplers "Die Deutschen kommen" zusammenarbeitete. Die Durchsuchungen am Mittwoch in Finnland richteten sich den Angaben zufolge gegen Verantwortliche von "Werwolf Records".

Nach Darstellung des BKA und der Staatsanwaltschaft wurde der rechten Musikvertriebsszene mit der Razzia in ihrem vermeintlich "sicheren Vertriebsgebiet" ein "empfindlicher Schlag" versetzt. Die beiden Verhafteten Stephan G. und Flemming C. sollen nach Deutschland ausgeliefert werden.