"Deutsche-Bank-Chef ist als Berater der Kanzlerin eine Fehlbesetzung"

Ackermann macht 5,7 Milliarden Euro Verlust

Deutsche Bank-Chef Josef Ackermann musste am Donnerstag (5. Februar) einen Rekord-Verlust melden: Für das Geschäftsjahr 2008 weist die Großbank einen Verlust nach Steuern von 3,9 Milliarden Euro und einen Verlust vor Steuern von 5,7 Milliarden Euro aus. Dieser Milliarden-Verlust ist nach Auffassung von Links-Fraktionschef Oskar Lafontaine ein weiterer Beleg dafür, dass Ackermann als Berater der Kanzlerin zur Lösung der Finanzkrise "eine Fehlbesetzung" ist. "Ackermanns lapidare Erklärung, der Verlust sei den zuvor nie erlebten Marktverhältnissen und einigen Schwächen im Geschäftsmodell geschuldet, zeigt, dass er bis heute kein Einsehen hinsichtlich seiner wahnwitzigen Renditeerwartungen hat", kritisiert der ehemalige Bundesfinanzminister, der Ende der 1990er Jahre die Weltfinanzmärkte stärker regulieren wollte. "Ackermanns Renditevorgabe von 25 Prozent, an der er weiter festhält, hat zu den unverantwortlichen Finanzgeschäften geführt, deren Verluste jetzt die Wirtschaft in die Knie zwingen", meint Lafontaine.

Dass diese Verluste jetzt dem Steuerzahler aufgebürdet werden, ohne dass die Regierung von Angela Merkel (CDU) in die Geschäftspolitik der Banken eingreift, "ist im Interesse der falschen Berater aber nicht im Interesse der Steuerzahler", so Lafontaine.

Das "Geschäftsmodell der Ackermänner" sei mitverantwortlich für den millionenfachen Verlust an Arbeitsplätzen und "die unabsehbaren sozialen Folgen, die viele Menschen in der Welt in Not und Elend stürzen. Um die Finanzkrise zu bekämpfen, muss sich die Kanzlerin endlich von den Finanzlobbyisten befreien und unabhängigen Sachverstand heranziehen", fordert Lafontaine.