Ostermärsche: Friedensgruppen gegen Rüstungsexport und Krieg

Ostermärsche starten

Ostermärsche gegen Rüstungsexport Mit Veranstaltungen in Erfurt und Suhl, Biberach, Bruchköbel, Burglenfeld, Dortmund, Münster und Saarbrücken beginnen am Gründonnerstag und Karfreitag die traditionellen Ostermärsche der Friedensbewegung. Mit ca. 80 Aktionen bis zum Ostermontag propagieren die Friedensgruppen im Wahlkampfjahr 2013 ein grundsätzliches Verbot aller Rüstungsexporte, wenden sich gegen neonazistische Umtriebe und fordern zivile Konfliktbearbeitung statt militärischer Intervention. Verteidigungsminister de Maizière wird von Friedensorganisationen vehement kritisiert: "Er redet den verlorenen Krieg in Afghanistan schön, schwadroniert von der Tugend des Dienens und propagiert mit seinem Vorstoß für Kampfdrohnen letztlich extralegale Hinrichtungen nach US-Vorbild", erklärt Netzwerk-Geschäftsführer Manfred Stenner.

Für große Empörung unter Friedensbewegten sorgt die Merkel-Doktrin der "Ertüchtigung" befreundeter Staaten durch Rüstungsexporte. Das ist nach Ansicht der Friedenskooperative angesichts der massiven Waffenlieferungen an das wahabitische Regime in Saudi-Arabien eine gewollte Unterstützung von Despoten und eine Kampfansage an die demokratischen Bewegungen in den arabischen Ländern, die dann mit deutschen Panzern niedergeschlagen würden - so wie es Saudi-Arabien im Nachbarstaat Bahrein vorgeführt habe.

Auch das "klassische" Thema Atomwaffen hat für die Ostermarsch- Organisatoren nicht an Aktualität verloren. "Statt die verblieben US-Atombomben in Europa abzuziehen, sollen sie aufwändig modernisiert werden. Deshalb sind wir am Ostermontag auch beim Atomwaffenlager Büchel in der Eifel", kündigt die Friedenskooperative an.

Bei den regional organisierten Veranstaltungen der Ostermärsche geht es auch um den Bürgerkrieg in Syrien und EU-Waffenlieferungen für die dortigen dschihadischen Kämpfer sowie die deutschen Patriot- Raketen an der türkisch-syrischen Grenze. Auch die Unterstützung der französischen Intervention in Mali wird als durch wirtschaftliche Interessen geleitet und die nötige regionale Verständigung vernachlässigend abgelehnt.