gundremmingen

10 Jahre Zwischenlager

Atommüll des Atomkraftwerks Gundremmingen

Vor zehn Jahren schäumte in Schwaben die Empörung: Die Energiekonzerne RWE und E.On machten in Abstimmung mit der damaligen rot-grünen Bundesregierung ihre Baupläne für ein Zwischenlager in Gundremmingen öffentlich. Es sollte Deutschlands größtes Atommüll werden. Der Verein "Forum - Gemeinsam gegen das Zwischenlager" zieht jetzt nach zehn Jahren eine ernüchtende Bilanz: Die Regierenden hätten alle Entsorgungsversprechen gebrochen.

Vor 33 Jahren in Bohunice

Kernschmelz-Unfall in Tschechoslowakei

Heute vor 33 Jahren ereignete sich im tschechoslowakischen Atomkraftwerksblock Jaslowske Bohunice A1 ein Kernschmelz-Unfall. Nach Angaben der atomkritischen Ärzteorganisation IPPNW schmolzen bei dem Unfall am 22. Februar 1977 mehrere Brennelemente, weil Verpackungs- und Feuchtigkeitsabsorptionsmaterial von einem Brennelement nicht entfernt worden war und dann den Kühlkanal verstopfte. Die Reaktorhalle wurde radioaktiv kontaminiert und es kam zur Freisetzung von Radioaktivität in die Atmosphäre wie auch in Oberflächengewässer. Noch heute, 33 Jahre nach dem Unfall, befinden sich Teile der hochradioaktiven Kernschmelze in der Anlage. Zuverlässige offizielle Informationen über die Folgen des Atomunfalls wurden bis heute nicht öffentlich zugänglich gemacht.

Bayerischer Sozialbericht

Kamm vermutet Zusammenhang zwischen AKW-Störfall und niedriger Lebenserwartung

Die bayerische Landtagsabgeordnete Christine Kamm (Grüne) vermutet einen Zusammenhang zwischen einem Störfall im Atomkraftwerk Gundremmingen im Jahr 1977 und einer niedrigeren Lebenserwartung im Landkreis Dillingen. Grundlage der Vermutung ist der kürzlich veröffentlichte zweite bayerische Sozialbericht. "Dieser weist eine vergleichsweise niedrige Lebenserwartung für die Menschen im Landkreis Dillingen aus: Um zwei bis 2,5 Jahre geringer als in anderen ländlich geprägten schwäbischen Landkreisen ist die Lebenserwartung der Dillinger", so Kamm. Möglicherweise bestehe ein Zusammenhang dem Störfall im Atomkraftwerk Gundremmingen vor 32 Jahren. Bei diesem seien radioaktive Emissionen abgegeben worden, die um ein Vielfaches die jährlich zulässigen Emissionen überschritten hätten.

Reaktorkühlkreislauf

Wahrscheinlich Brennelementschaden im Atomkraftwerk Gundremmingen

Im bayerischen Kernkraftwerk Gundremmingen gibt es offenbar einen Brennelementschaden. Deshalb muss der Block C des Reaktors am 10. August für einige Tage abgeschaltet werden, wie der Betreiber RWE am 2. August mitteilte. Veränderte Messwerte im Reaktorkühlkreislauf deuteten auf ein Problem hin.

"Versagen der Betreiber und der Behörde"

Zahlreiche Wasserstoff-Explosionen in Brunsbüttel und Krümmel trotz Vorwarnung

Nach Informationen der atomkritischen Ärzteorganisation IPPNW ereigneten sich in der Vergangenheit in den Atomkraftwerken Krümmel und Brunsbüttel mehrere, mit einer Ausnahme öffentlich praktisch nicht bekannte Wasserstoffexplosionen. Nach einer Wasserstoffexplosion im Atomkraftwerk Gundremmingen seien Betreiber, Gutachter und Behörden bundesweit offiziell gewarnt worden. Diese Warnungen seien jedoch nicht hinreichend ernst genommen worden. So kam es laut IPPNW in Folge zu mehreren Wasserstoffexplosionen, "weil die Betreiber und die Aufsichtsbehörden die erforderlichen Vorsorgemaßnahmen unterließen." Vattenfall und die Atomaufsichtsbehörde in Kiel haben bereits auf die Vorwürfe reagiert und weder die Warnungen noch die wiederholten Explosionen bestritten.

"Häufung missgebildeter Kinder"

Schwere Vorwürfe gegen bayerisches Atomkraftwerk Gundremmingen

Der Bund Naturschutz (BN) erhebt schwere Vorwürfe gegen den Betrieb des bayerischen Atomkraftwerks Gundremmingen bei Ulm. "Tricksen und Vertuschen" sei "die bevorzugte Kommunikationsform" auch in Bayern. Zentrale Probleme des Reaktorbetriebs seien bis heute nicht aufgeklärt, kritisiert der Vorsitzende des Bund Naturschutz, Hubert Weiger. "Nie aufgeklärt wurde eine massive Häufung missgebildeter Kinder in den Landkreisen östlich von Gundremmingen." Deren Auftreten sei zeitlich mit dem Betrieb des Reaktors Gundremmingen A zusammen gefallen. Die Bayerische Staatsregierung hätte eine Studie veröffentlicht, "wonach es sich um tausende registrierter Fälle handelte, über den langjährigen Durchschnitt hinaus".

Homepage

Notstromaggregat in Atomkraftwerk Gundremmingen im Mai ausgefallen

Im bayerischen Kernkraftwerk Gundremmingen ist am 26. Mai ein Notstromaggregat kurzzeitig ausgefallen. Das Umweltministerium bestätigte am Donnerstag in München entsprechende Informationen von Atomkraftgegnern. Eine Gefahr wie jüngst im schwedischen Reaktor in Forsmark, habe aber nie bestanden. "Ursache, Ablauf und Wirkung sind nicht im Entferntesten vergleichbar mit Forsmark", sagte der bayerische Ministeriumssprecher.

Gundremmingen

Atomkritiker vermuten technische Probleme bei Atomkraftwerks-Ausbau

Das FORUM Gemeinsam gegen das Zwischenlager am Atomkraftwerk Gundremmingen vermutet technische Schwierigkeiten als Hintergrund dafür, dass das Atomkraftwerk seine Leistung bislang nicht erhöht hat. Vor genau sechs Jahren, am 14. September 1999, beantragten die Energieriesen RWE und E.ON, dass ihr gemeinsames Atomkraftwerk um 212 Megawatt ausgebaut werden soll. Damals habe es von den Sprechern des Atomkraftwerks geheißen, das sei heute ein technisch einfaches Verfahren. Mit vorbereitenden Arbeiten würde man gleich anfangen und in etwa eineinhalb Jahren rechne man mit der Genehmigung. Die deutliche Leistungserhöhung in Gundremmingen ist bis heute offenbar ausgeblieben.

Atomenergie

Harmlosigkeit des Generatorschadens im AKW Gundremmingen bezweifelt

Seit wenigen Tagen teilen die Betreiber des AKW Gundremmingen mit, dass der Block C des AKW Gundremmingen seit dem 05.08.04 stillstehe. Ein Schaden am Generator erfordere einen Austausch des Bauteils. Eine Gefahr für Personal und für die Bevölkerung habe zu keinem Zeitpunkt bestanden, so die Pressesprecherin des AKW, Frau Simone Rusch. Die Ulmer Ärzteinitiative bezweifelt diese Darstellung. Ein defekter Generator könne nach ihrer Meinung die Turbine zerstören und damit zum Austreten riesiger Mengen radioaktiven Dampfes führen.

Atomkraftwerke

Noch viel mehr Störungen im Akw Gundremmingen

Am Freitag, 13. August 04, hat das AKW Gundremmingen auf seiner Homepage berichtet, daß der Block C am 5.8. wieder abgeschaltet werden mußte. Allerdings verheimlicht das AKW, daß diese Probleme schon tagelang vorher auftraten. Die Hintergründe bleiben im Dunkeln. Die Energiewende atomkraftfreies Schwaben e.V. vermutet, man habe in Gundremmingen den Überblick über die Störungen verloren. Denn im Juli und August geschahen noch wesentlich mehr meldepflichtige Ereignisse.

AKW Gundremmingen

Strahlenbelastung durch radioaktive Abgase in Schwaben am höchsten

Jedes Jahr erstattet die Bundesregierung dem Bundestag einen Bericht über die Strahlenbelastung in Deutschland. Aus dem Bericht für 2001 ging hervor, daß gegenüber dem Vorjahr in der Umgebung von Gundremmingen die Strahlenbelastung durch die Abgase des Akws sich mehr als vervierfacht hatten und damit die höchsten Deutschlands waren. Dabei blieben sie aber noch weit unter den staatlichen - von Gesundheits- und Umweltschützern jedoch als zu hoch bezeichneten - Grenzwerten.

Strahlenbelastung aus AKW

Reaktion auf Vervierfachung der Strahlenbelastung durch das AKW Gundremmingen

Am 10. Januar 2003 hat die „Energiewende Schwaben“ öffentlich gemacht, daß laut Bericht der Bundesregierung (Bundestags-Drucksache 14/9995) die Strahlenbelastung für die Nachbarn des Kernkraftwerks Gundremmingen im Jahr 2001 zwar noch deutlich unter den amtlichen Grenzwerten aber etwa viermal so hoch war wie im Jahr 2000. Damit belastet das AKW Gundremmingen mit seiner radioaktiven Abluft deutschlandweit mit Abstand am stärksten die benachbarte Bevölkerung. Die Organisation forderte, daß die Ursachen dieses besorgniserregenden Wachstums der radioaktiven Belastung untersucht, abgestellt und veröffentlicht werden sollen.

AKW-Störfall-Jubiläum

Vor 25 Jahren Totalschaden im ersten deutschen Groß-AKW Gundremmingen

Raimund Kramm von der Anti-AKW-Kampagne Schwaben berichtet: Vor 25 Jahren und einem Monat ereignete sich in Gundremmingen der erste Großunfall im zudem ersten deutschen Groß-Kernkraftwerk, mit bleibenden Folgen. Am 13. Januar 1977 kam es um 18:34 in einer der zwei abführenden Stromleitungen des AKW Gundremmingen Block A (1966 als damals erstes großes Kernkraftwerk Deutschlands in Betrieb gegangen, 237 MW elektrische Nettoleistung) durch Kälte und Rauhreif zu einem Kurzschluss. Als um 21:17 dasselbe in der zweiten der beiden Hochspannungsleitungen geschah, konnte das Kernkraftwerk seinen Strom nicht mehr ableiten. Da die Turbinenreglung auch noch falsch reagierte, wurde innerhalb von drei Sekunden mit einer Schnellabschaltung das AKW vollgebremst.