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Die Zukunft der Religionen

Religionen

ReligionenTrotz Gottes Tod, den Nietzsche mit guten Argumenten verkündet hatte, trotz ebenso guter Argumentation, dass jede Religion ein Opium sei, mit dem ein Volk betäubt werden könnte und auch trotz der Behauptung, dass gläubige Menschen einen Fehler in ihrem Gehirn hätten, leben Religionen fröhlich weiter, als sei nichts geschehen. Über Jahrhunderte hinweg hat ein Heer von Philosophen und Wissenschaftlern mit dem Schwert der Aufklärung dem Tod der Religionen einen Weg bereitet. Haben all diese mal feinsinnigen, mal groben, schlagkräftigen und komplexen Argumente und Erfahrungen nichts gebracht? Wäre der eigentliche Unglaube die Herrschaft einer Vernunft, Könnten Religionen längst zumindest aus dem öffentlichen politischen Raum ausgeschlossen sein. Doch noch immer nehmen sie einen wesentlichen Platz in diesem Raum ein.

Bremen - Der Gärtnerhof Oldendorf

Solidarische Landwirtschaft

Gärtnerhof Oldendorf in der Nähe von BremenDer Gärtnerhof Oldendorf, 40 km nördlich von Bremen, kann gut 200 Verbraucher nach dem Modell der gemeinschaftsgetragenen Höfe mit regionalem Biogemüse versorgen. Und das über das ganze Jahr hindurch mit Gemüsesorten, wie sie auch in natürlicher Fruchtfolge heranwachsen. Solidarische Landwirtschaft bedeutet, dass die Gärtner oder Landwirte mit festgelegten Etats wirtschaften können, die durch Geldbeträge der dem Hof zugehörigen Verbraucher gesichert werden. Diese Verbraucher erhalten im Gegenzug nicht allein Gemüse, Obst oder Eier geliefert, sondern können auch bei der Anbauplanung mit entscheiden. Dieses Modell ermöglicht also Planungssicherheit für den Bauern und zugleich für die Verbraucher günstige Preise bei dem Erwerb von Lebensmitteln garantiert höchster biologischer Qualität. In den USA feiert diese solidarische Landwirtschaft bereits große Erfolge. Über 4.500 Höfe wirtschaften dort auf diese Weise. Auch in Deutschland gibt es bereits 24 Projekte, an denen sich knapp 5.000 Menschen beteiligen.

Bundeswehr: Propaganda für das Soldatentum

Bundeswehrpropaganda

Der Bundeswehr wird in der deutschen Gesellschaft zu wenig Wertschätzung entgegengebracht, so Bundesverteidigungsminister Thomas de Maizière auf der Internetseite des Bundesverteidigungsministeriums. Deswegen soll die Bundeswehr nicht nur allein als „attraktiver und „leistungsstarker“ Arbeitgeber präsentiert werden, sondern es soll auch deutlich gemacht werden, dass die Führung von Kriegen notwendig sei: "Heute müssen wir (...) sagen, ein Soldat muss kämpfen können, um im Gefecht zu bestehen oder um nicht sterben zu müssen." Ziel der Bundeswehrpropaganda ist es, den Deutschen wieder einen persönlichen Bezug zu den nationalen Streitkräften zu vermitteln und zusätzlich ein Bezug zu Gefecht, zum Kampf und Überleben im Gefecht, was eine andere Bezeichnung für das Töten des Gegners ist. Ohne Zweifel ist dies eine hohe Anforderung an die Kommunikation. Um diese zu vereinfachen, sollen die Botschaften deswegen nicht über Mittler wie Eltern und Lehrer überbracht werden, sondern die Jugendlichen direkt ansprechen.

Emanzipation: Sexismus in der linken Szene

Geschlechterordnung in der Gesellschaft

SexismusUnsere gesellschaftlichen Strukturen sind männlich dominiert und die Aufrechterhaltung der hierarchischen Geschlechterordnung trägt stark zur Stabilisierung des kapitalistischen Systems bei. Die Aufteilung von Öffentlichkeit und Privatheit, Produktion und Reproduktion zeigt, dass Frauen noch immer weniger Gehalt für die gleiche Arbeit bekommen, noch immer die Kindererziehung Teil des privaten Bereichs ist und es wie selbstverständlich primär weiblich konnotierte Aufgaben gibt. Geschlechterrollen werden nicht nur unreflektiert übernommen, sondern auch gesellschaftlich wie wissenschaftlich reproduziert und naturalisiert. Einem Patriarchat wird ein Matriarchat entgegengesetzt, obwohl es niemals ein Matriarchat gab, wenn man den Begriff dem Patriarchat entsprechend mit "Herrschaft der Frau über den Mann" übersetzt. Unsere Gesellschaft ist neben weiteren Herrschaftsstrukturen durchsetzt von strukturellen, hierarchischen sowie physischen Gewaltzuständen.

Organspende Aspekte - auch der Organspender

Organspende II

organspende - die aspekte vom hirntod über moral, Belastung der menschenDie KAO ist eine Initiative von Eltern, die im Schock ein Kind zur Organspende freigegeben haben. "Im Nachhinein haben wir begriffen, dass unsere Kinder zwar als hirntot definiert wurden, dass sie aber keine Toten, sondern Sterbende waren." Sie fordern mehr Aufklärung über Organspende und Hirntoddiagnostik und weniger Manipulation durch Krankenkassen, Pharmakonzerne und Regierung. Sie gilt als ein Akt der Nächstenliebe – die Organspende. Und zweifellos kann eine Organspende Menschenleben retten. Vor diesem Hintergrund, der uns tagtäglich in den Medien dargestellt wird, bekommen viele Menschen fast ein schlechtes Gewissen, wenn sie noch immer Zweifel haben.

Europa: Euro | Griechenland >>Wir sind in der Krise<<

Ökokratie - Wir wählen die Falschen

in einer Wahl haben wir die chance die euro krise und die umwelt probleme in die richtige richtung zu lenkenViele Menschen haben längst erkannt, dass dieses „Weiter so“ kein Szenario der Freiheit ist, sondern eines des Zwangs: Jede einzelne Tonne Kohlendioxid und jede ausgestorbene Pflanzenart rauben uns Entwicklungschancen. Unsere ökologische aber auch wirtschaftliche und politischen Bewegungsfreiheit wird beim Business as usual immer enger. Es ist wie bei der Schuldenkrise. Nur dass man dort die Möglichkeit hätte, seine Schulden einfach nicht mehr zu begleichen. Unsere bisherige Bewirtschaftung der Welt zwingt uns dagegen, Ideen zur Sicherung des allgemeinen Überlebens zu entwickeln. Hier könnte der Verzicht, politisch zu gestalten auch bedeuten, dies als neuen Begriff für Freiheit zu deuten. Nämlich Freiheit von den Zwängen fossiler Energien, fossilen und ökologischen Schulden, von nationalen und internationalen Konflikten und auch Freiheit der Menschen, die irgendwo anders leben oder noch geboren werden sollen. Der Verzicht, politisch zu gestalten ist kein Verzicht auf Politik, sondern Verzicht auf Zwänge, die ein „immer weiter“ fordern und uns in enge Gefängnisse sperren.

Vom Auto zum Elektroauto | der Deutschen liebstes Kind

Maut für den Fortschritt

OldtimerAls am 27. September 1908 im Ford-Werk in Detroit der erste Ford Model T vom Fließband rumpelte und polterte – verklärend wird meistens lief oder rollte gesagt – leitete Ford die Massenmotorisierung der Welt ein. Heute weiß man, dass es gar nicht so selbstverständlich war, dass Henry Ford seine Autos mit einem Benzinmotor ausstattete. Noch um 1900 dominierte der Elektromotor als Autoantrieb, an zweiter Stelle stand die Dampfmaschine. Das erste Auto, dass 1899 die 100 km/h-Marke überschritt, wurde von einem Elektromotor angetrieben. Zudem waren Elektroautos leichter zu bedienen, leiser und zuverlässiger. Benziner mussten mit einer Kurbel angeworfen werden, waren laut, wenn sie dann endlich liefen und sie waren pannenanfälliger. Und wie auf historischen Fotos und Filmaufnahmen zu sehen ist, hatten die meistens männlichen Fahrer schmutzige aber glückliche Gesichter. Daran hätte auch eine Maut nichts geändert. Und genau das, so der Historiker Christoph Maria Merki von der Universität Bern, war der Vorteil dieser Motoren. Sie hinterließen glückliche, schmutzige Jungs. Heute machen wir uns eher lustig über sie, wenn wir in alten Filmen sehen, wie ihre Gesichter schmutzig wurden, wie ihnen die Kurbel aus der Hand flog und wie ihre Hosennähte platzten. Haben wir uns denn geändert?

Scharia Board - "Gott nimmt keine Zinsen"

Islamic Banking

islamic Banking like sharia boardUm ein weltweit verrückt gewordenes Finanzsystem zu korrigieren, kennt der Islam eine Antwort: Islamic Banking. Eine weltweit wachsende Branche nach dem Regelwerk der Scharia, dem islamischen Recht. Denn die Suren des Korans und die Worte Mohammeds sind unduldsamer, als jeder Beamte einer Finanzaufsichtsbehörde. Nur in Westeuropa und vor allem in Deutschland ist das islamische Finanzwesen noch nicht angekommen. Wohl auch, weil die Golfstaaten Geschäfte ohne Zinsen machen, eben Scharia-Konform. Gott wuchert nicht und er nimmt auch keine Zinsen.

Organspendeausweis: Schenkt Organspende Leben?

Organtransplantation

Organspendeausweis„Was ist der Mensch – und was macht seinen Tod aus?“ Die Entscheidung darüber, ob ein Mensch ein oder mehrere Organe für eine Organspende zur Verfügung stellen möchte, berührt den intimsten Bereich der menschlichen Selbstbestimmung. Somit steht jeder Mensch, der sich vor die Wahl gestellt sieht, Organspender zu werden oder nicht auch vor der Frage, ab welchem Moment er sich selbst für tot erklären würde. Für Menschen, die sich dazu entschließen ihre Organe zu spenden, ist dieser Punkt bei einem Hirntod erreicht. In Deutschland ist die Diagnose Hirntod gemäß Transplantationsgesetz die Voraussetzung für die Entnahme lebenswichtiger Organe. Ob der Hirntod tatsächlich das Ende des menschlichen Lebens markiert, wurde in den vergangenen Jahren immer wieder kontrovers diskutiert.

Globalisierung: Occupy gegen den Kapitalismus

Gewaltfreier Widerstand

Dorothy DayBei fortschreitender Globalisierung erkennt man eine immer weitere Totalisierung des Kapitals im Weltmaßstab. Eine Kritik des Kapitalismus, der Marktwirtschaft, der Herrschaft der Aktiengesellschaften ist die Folge. Die aktuelle gewerkschaftliche Frage ist hier „auf welcher Seite stehst du?“, und die sozialistische Antwort scheint eindeutig, dass die Welt „von unten“ betrachtet werden muss. Occupy und Blockupy richten sich sehr stark gegen das Kapital, aber eine Hinterfragung des Materialismus ist nur selten und verirrt sich dann oft in einer Neo-Esoterik. Libertäre beteiligen sich aktiv an der „res publica“, ohne Macht- und Leitungspositionen anzustreben. Gegenstand libertärer Kritik sind nicht die Produktions-, sondern die Herrschaftsverhältnisse. Das beinhaltet neben der Politikkritik auch eine Technologie- und Wissenschaftskritik.

Gewerkschaften verhindern Arbeitskampf

Revolution nach Stechuhr

hilfe am arbeitplatz, heute mitgliedschaft ohne sinn - dgb - gewerkschafen als lobby-vereinIn dem klassischen betrieblichen Arbeitskampf bewegen sich fast alle Aktivitäten, vom Beschwerdeverfahren über Dienst nach Vorschrift bis zum Streik usw., im Rahmen der Arbeitsbedingungen und Beziehung zwischen ArbeitnehmerInnen und Arbeitgeber. Für den Arbeitgeber ist dies aber nur eine von mehreren wichtigen Geschäftsbeziehungen. Genau so wichtig sind für ihn Beziehungen zu Finanzinstituten, Regierungen und Regulierungsbehörden, Zulieferern, Konkurrenten, Kunden, Mutter- oder Tochterunternehmen und zu der Zivilgesellschaft. Diese Beziehungen sollten ArbeitnehmerInnen und Gewerkschaften Handlungsmöglichkeiten bieten, die gerade gegen multinationale Konzerne wirksam sein können.

Birgit Corinna Lange: Über Liebestaumel, Amerika und New York

Interview mit der Schauspielerin Birgit Corinna Lange

Ein Interview mit der Bremer Schauspielerin, Sängerin und Schriftstellerin Birgit Corinna Lange, die zur Zeit deutschlandweit mit ihrem Soloprojekt "Liebestaumel" auftritt und dabei zahlreiche postive Kritiken erhält. Vor kurzem erst kam sie aus New York zurück, wo sie eine Meisterklasse für Oper besuchte. Was sie selbst mit der Mieze aus dem Liebestaumel verbindet, erzählt sie hier. Und da sie gerne mehr für Film und Fernsehen arbeiten möchte, können wir uns jetzt schon darauf freuen, Birgit Corinna Lange bald in einer Romanze, einem Drama oder einer Fantasyverfilmung sehen zu können.

Emanzipation der Frau: Kristina Schröder, Frauenquote und Gleichberechtigung

Was Kristina Schröder sich nicht zu denken traut

Frauenquote und die Emanzipation der Frau.Das Streben nach Freiheit und einem Leben ohne Unterdrückung dürfte so alt sein, wie die Menschheit selbst. Und dieses Streben war niemals nur reine Männersache, nicht nur Befreiungskämpfe gegen unterdrückende Herrscher, nicht nur Spartacus, Wilhelm Tell oder Robin Hood, sondern auch schon immer die Emanzipation der Frau gegen ein Patriarchat. Schaut man sich die feministische Geschichtsforschung an, entdeckt man vielfältige Beispiele für nicht patriarchalische Strukturen, die egalitäre Organisationsstrukturen entwickelt hatten (vgl. Lenz, Ilse; Luig, Ute: Frauenmacht ohne Herrschaft). Auch in der weiter gehenden geschichtlichen Entwicklung stößt man immer wieder auf Beispiele von Widerstand gegen die Herrschaft, Hierarchie und Unterdrückung jeglicher Form sowie die Entwicklung anderer Lebens- und Organisationsformen.

Bremen: Schüler in die Camps

Eigenverantwortung für Kinder

Schüler in Bremen - es geht auch andersEigenverantwortung ist nun auch ein wiederbelebtes Schlagwort in der Pädagogik. Für einige Schulen bedeutet dies, Trainingsräume für eigenverantwortliches Handeln und Denken einzurichten. So auch im Landkreis Diepholz Sie folgen damit einem Konzept aus den USA. Einem Konzept, dem auch das Sozialwesen in den USA folgt, nach dem Leitsatz: "Nimm dein Leben selbst in die Hände". Doch noch nie waren diese Hände so jung, wie heute. Ob Eigenverantwortung ohne Selbstwahrnehmung möglich ist, wird in einer leistungsorientierten Welt jedoch selten hinterfragt.

Nicos Farm: Hilfe für behinderte Kinder

Wir bieten Zusammenhalt

Nicos FarmDie Herausforderungen von Eltern behinderter Kinder sind groß. Vor allem dann, wenn sie ihre Kinder nicht in einem Heim unterbringen, sondern zuhause betreuen wollen. Die Pflege, selbst die ganz normale familiäre Fürsorge kann zu einer enormen psychischen und physischen Belastung führen. Und nicht nur das. Meist führt es auch dazu, dass die Eltern keiner normalen beruflichen Tätigkeit nachgehen können und auf finanzielle Hilfe des Staates angewiesen sind. Aufgrund der begrenzten Mittel, geraten Familien mit behinderten Kindern nicht selten in finanzielle Nöte und in gesellschaftliche Isolierung. Nicos Farm e.V. bietet behinderten Kindern und deren Familien die notwendige Unterstützung.

Werbung | Manipulierte Kritik durch Medien

Occupy Bürger

Uwe KochJeder Mensch hat seine Probleme, Konflikte und Schwierigkeiten im privaten Leben, wie auch gesellschaftlich. Die Aufgabe der Öffentlichkeitsarbeit von Regierungen ist es, ihre Ziele über die Hilfe von Konfliktlösungen zu verwirklichen. Es kommt also in der Öffentlichkeitsarbeit darauf an, die jeweils relevanten Konflikte der Bürger aufzudecken, zu erfahren, welche Wiederholungszwänge und Lösungswege besonders häufig vollzogen werden und eine entsprechende Ansprechstrategie zu entwickeln, die aber auch dem Persönlichkeitsbereich, zu dem der Konflikt gehört, angemessen ist. Deswegen behauptet die Öffentlichkeitsarbeit, sie sei eine Arbeit in dem Volk, mit dem Volk und für das Volk. PR-Fachleute sehen sich als Psychoanalytiker und das Volk mit seiner Vergangenheit, seinen Problemen, irrationalen Vorlieben, sozialen Frustrationen, Positionschancen, Anpassungsstörungen usw. als Hilfsbedürftigen. Wie kann man sich diesen Analytikern entziehen, wenn man selbst doch nur ein klitzekleines Element in dieser Analyse ist? Nur schwer, wenn man der PR ein Ziel bietet.

Propaganda für Großprojekte

Nach Stuttgart 21

Uwe Koch: Fast wäre man versucht, in verhaltenes Jubeln einzustimmen. Es gibt einen Gesetzesentwurf, der seinem Namen nach mehr Bürgerbeteiligung an diesen Planfeststellungsverfahren ermöglichen soll. Planfeststellungsverfahren sind diese bürokratischen Vorgänge, die bei Stuttgart-21 ein so klägliches Bild der deutschen Behörden auf alle Fernsehbildschirme des Landes übertrug. Und nicht nur die Bürger waren unzufrieden. Auch die Ministerien waren es. Was kostete das alles doch an Zeit und Geld.

Filme online: Virus! Gefahr durch Catastroika

Online Filmpremiere

catastroikaDie Gruppe von Debtocracy, einem Dokumentarfilm mit zwei Millionen Zuschauern, der online von Japan bis Lateinamerika übertragen wurde, analysiert in "Catastroika" die Verschiebung des Staatseigentums in private Hände. Die Gruppe reist um die Welt um Informationen über die Privatisierung in Industrieländern und um Hinweise über die Zukunft Griechendlands nach dem massiven Privatisierungsprogramm zu sammeln.

Wer wird Millionär | Nix da, Experte!

Unsere Elite

wer wird millionär. Günter Jauch und andere wetteifernSie bestechen mit Bildung, Zitaten, Jovialität und dem, was am Ende des Tages herauskommen wird, wann auch immer dieses Ende sein mag: Die Experten. Experten gelten als das Allheilmittel im sozialen Chaos. Sicher ist es besser sein kaputtes Auto zu einem Kfz-Mechaniker zu bringen, denn zu einem Bäcker, dies mag zumindest statistisch beweisbar sein, und doch gehen sich Experten selbst immer wieder auf den Leim. Sei es Peer Steinbrück oder Dirk Müller, Hans-Olaf Henkel oder Oskar Lafontaine. Alle binden sich selbst einen Bären auf und wir alle kuscheln mit dem Bären. Eines der liebsten Werkzeuge eines Experten, um sich zu etablieren, ist die Prognose. Jeder hat seine eigenen Prognosen, wie es mit Europa auf oder ab gehen wird, wenn dieses oder jenes getan wird, oder eben nicht. Man sieht an diesem Satz schon: Mit den Prognosen ist es so eine Sache. Anders als der Kfz-Experte, der selbst etwas tut und immer die Folgen seines Tuns beobachten kann, tappen die Politik- oder Ökonomieexperten im Dunklen. Dort lassen sie ihr kleines Licht leuchten in der Hoffnung, andere mögen sich darin bewundernd sonnen.

Bremen: Wohnen bis die Birne kommt | Abriss des Kaisenhauses

Bremens Abrisspolitik

Abriss in Bremen. Die Birne kommtSie sind klein, beherbergen Individualisten, stehen im Grünen und warten auf die Abrissbirne; die Bremer Kaisenhäuser. Einige mögen diese Häuser, anderen sind sie ein Dorn im Auge. Doch man muss schon in die Schrebergärten gehen, um sie zu sehen. Jeder Bremer kennt die Geschichte. Die Bremer Kaisenhäuser haben eine lange Tradition, die ihren Ursprung im späten Mittelalter hat. Erst bauten Bürger in militärisch unbrauchbar gewordenen Festungsgräben Gemüse an, dann wurden im 19. Jahrhundert Armengärten angelegt, die Kleingartenbewegung im Zuge der Arbeiterbewegung folgte und nach dem zweiten Weltkrieg entschied der Bremer Bürgermeister Wilhelm Kaisen, dass die kleinen Häuser in den Gärten bewohnt werden durften. Heute ist der Stand so, dass alle Kaisen-Bewohner, die dort schon vor 1955 wohnten, bleiben dürfen und alle, die vor 1974 dort eingezogen sind, ein Auswohnrecht behalten. Das heißt, wenn diese Bewohner sterben, werden die Häuser abgerissen. Dies nicht einmal, um dort neuen Baugrund zu erschließen, sondern mit dem Argument, dass jede Stadt Grünflächen und Naherholungsgebiete benötigt. Doch selbstverständlich auch mit dem Argument, dass dies nun einmal ein altes Gesetz sei und Gesetze müssen eingehalten werden. Wo käme man hin, wenn sich jeder über jedes Gesetz hinwegsetzen würde? Denn trotz aller Gesetze wohnen in den Kaisenhäuser auch Menschen, die nach 1974 dort einzogen und jetzt Briefe erhalten haben, dass ihre Häuser in der nächsten Zeit abgerissen werden sollen.