Terrorabwehr
Mutmaßlicher Mittäter der "Hamburger Zelle" verhaftet
Die Gruppe war nach Erkenntnissen der Fahnder an der Vorbereitung und Ausführung der Terroranschläge in den USA maßgeblich beteiligt. Mzoudi habe zu sämtlichen Mitgliedern der Hamburger Zelle "langjährige enge Beziehungen" unterhalten, hieß es. Er habe die Ziele der Vereinigung gekannt und diese "durch logistische Maßnahmen unterstützt". So habe Mzoudi dem mit internationalem Haftbefehl gesuchten Zakariya Essabar zur Finanzierung seiner in den USA geplanten Flugausbildung Geld zur Verfügung gestellt.
Maßgebliche Hilfe habe Mzoudi zudem bei der Verschleierung des Aufenthaltsortes des Todespiloten Marwan Alshehhi geleistet. Er habe ihm ein Zimmer in einem Studentenwohnheim in Deutschland verschafft, in dem sich Alshehhi "unbemerkt bis zu seinem Abflug Ende Mai 2000 in die USA aufhalten konnte", hieß es. Im Sommer 2000 habe sich Mzoudi mit Essabar und dem – inzwischen unter Anklage stehenden - Terroristenhelfer Mounir El Motassadeq in Ausbildungslagern in Afghanistan aufgehalten, hieß es weiter. Gegen den im November 2001 in Hamburg gefassten 28-jährigen Marokkaner Motassadeq hatte die Bundesanwaltschaft am 23. August Anklage wegen Beihilfe zum Mord in mindestens 3116 Fällen erhoben.
Das Ermittlungsverfahren gegen den jetzt festgenommenen Mzoudi hatte der Generalbundesanwalt bereits am 25. Oktober 2001 eingeleitet. Im Sommer 2002 habe es eine Zeugenaussage über den Aufenthalt des Mannes in Afghanistan gegeben. Mzoudi soll bereits am Freitag dem Ermittlungsrichter des Bundesgerichtshofes (BGH) vorgeführt werden.
Die Anschläge vom 11. September 2001 werden der islamistischen Terrororganisation Al-Qaida angelastet. Als Teil dieses Terrornetzwerkes wirkte den Angaben zufolge eine seit Sommer 1999 bestehende, selbstständige Zelle in Hamburg. Am Mittwoch waren aus den USA neue Warnungen vor möglichen Terroranschlägen bekannt geworden. Ein Sprecher des Bundesinnenministeriums sagte dazu, konkrete Hinweise auf einen möglichen Anschlag in Deutschland gebe es nicht.
Die "konspirativ arbeitende Zelle" in der Hansestadt bestand nach Angaben der Ermittler aus den drei Todespiloten vom 11.September Mohammed Atta, Marwan Alshehhi und Ziad Jarrah, aus dem im September in Pakistan verhafteten Ramzi Binalshibh und den per Haftbefehl gesuchten Said Bahaji und Zakariya Essabar. Der am Donnerstag in Hamburg festgenommene 29-jährige Marokkaner Abdelghani Mzoudi soll laut Bundesanwaltschaft enge Beziehungen zu allen Mitgliedern der Zelle gehabt haben.
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Am 10. Okt. 2002 unter:
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