Schluss mit Dieselruß

Deutsche Autoindustrie lehnt Filter gegen krebserregende Abgase ab

Gegen die Weigerung der Automobilindustrie, mit einfachen Filtern gefährlichen Dieselruß in den Abgasen zu vermeiden, demonstrierte die Greenpeace-Gruppe Rhein-Neckar am Sonnabend in den Kapuzinerplanken (O 6). Die Aktivisten präsentierten einen mit einem Dieselrußfilter nachgerüsteten Mercedes C 220 CDI und einen zu einem "Diesel-Schwein" umgestalteten Mercedes-Serienwagen. Der Rußvergleichstest beider Fahrzeuge zeigt eindeutig, dass die krebserregenden Partikel mit einfacher Technik zurückgehalten und entsorgt werden können. Mit Atemschutzmasken, die den Aufdruck "Diesel macht Krebs" tragen, informierten Aktivisten von Greenpeace Rhein-Neckar Passanten und Autofahrer über die Gesundheitsgefahren durch Dieselruß und sammelten Unterschriften. Das Kraftfahrt-Bundesamt soll aufgefordert werden, die neue Filtertechnik als Standard festzusetzen.

"Tausende Menschen sterben jedes Jahr an Dieselrußkrebs. Die deutsche Autoindustrie unternimmt nichts dagegen, obwohl sie die Technik kennt", sagt Mirjana Matovic, Sprecherin von Greenpeace Rhein-Neckar. "Die Autoindustrie muss alle Diesel-Neuwagen mit Filtern ausstatten und ältere Fahrzeuge nachrüsten. Nur so können Erkrankungen durch Dieselruß künftig vermieden werden."

Die Bundesregierung solle die Nachrüstung von Dieselfahrzeugen zudem durch Steuervergünstigungen unterstützen. "Die deutsche Autoindustrie begründet ihre Weigerung, die Technik zu übernehmen, mit dem Hinweis auf angeblich bessere, aber erst zukünftig verfügbare Reinigungssysteme", meint Günter Hubmann, Fachexperte für Autotechnik.

Auch der ADAC unterstützt die Forderungen von Greenpeace. ADAC-Präsident Peter Meyer: "Die deutschen Autofahrer erwarten, dass sie kurzfristig beim Händler Dieselfahrzeuge kaufen können, die serienmäßig im Vergleich zu heute praktisch Null Rußpartikel ausstoßen. Wir vertrauen darauf, dass gerade die deutsche Automobilindustrie dazu in der Lage ist, diese Erwartungen zu erfüllen."

Der Mannheimer Kinderarzt und Lungenspezialist, Dr. Falko Panzer, bestätigt die Greenpeace-Gefährdungseinschätzung von Dieselruß auf die menschliche Gesundheit, insbesondere bei Kindern. "Kinder sind einer höheren Konzentration der Schadstoffe ausgesetzt als Erwachsene, weil Autoabgase bis zu einer Höhe von 1,5 Metern stark konzentriert auftreten; sozusagen direkt auf Nasenhöhe der Kinder. Hinzu kommt, dass Kinderlungen empfindlicher sind und Schädigungen in diesem Alter schlimmere Konsequenzen haben als bei Erwachsenen."

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