Artenschutzkonferenz in Chile

Elfenbeinhandel ist jetzt erlaubt

Auf der derzeit in Chile stattfindenden Konferenz des Washingtoner Artenschutzübereinkommens (WA) ist unter großem zeitlichem und politischem Druck der Handel mit Elfenbein genehmigt worden. Bislang wurden die Anträge von Botswana und Namibia für den Export von zusammen 30 Tonnen Elfenbein aus Lagerbeständen angenommen. Die WA-Staaten entscheiden noch über drei weitere Anträge für Elfenbeinexporte. Artenschützer befürchten nun schlimme Konsequenzen für die Elefantenbestände in Afrika und Asien. Als Folge verheerender Wilderei und des Zusammenbruchs der Elefantenbestände in Afrika wurde 1989 ein absolutes Handelsverbot für Elfenbein beschlossen. Doch bereits 1997 setzten drei südafrikanische Länder (Simbabwe, Namibia und Botswana) einen einmaligen Verkauf von Elfenbein aus Lagerbeständen durch, der 18 Monate später stattfand.

Seit 1998 sei laut Pro Wildlife ein kontinuierlicher Anstieg des Elfenbeinschmuggels nachgewiesen. Ein Zusammenhang zwischen dem erstmaligen Verkauf von Elfenbeinlagerbeständen, der auf der WA- Konferenz 1997 freigegeben worden war, wird allerdings von den Befürwortern des Elfenbeinhandels bis heute abgestritten, um die Option auf weitere Verkäufe nicht zu gefährden.

"Die Behauptung, der Elfenbeinhandel würde unter strengen Sicherheitsvorkehrungen stattfinden, ist falsch. Hier wurde eine Entscheidung getroffen, deren Folgen nicht kontrollierbar sind!", betont Daniela Freyer von Pro Wildlife, die an der WA-Konferenz teilnimmt.

In diesem Jahr liegen Anträge dieser drei Länder sowie von Südafrika und Sambia vor, insgesamt 87 Tonnen Elfenbein aus Lagerbeständen sowie eine jährliche Quote von 12 Tonnen zu exportieren. Während die jährlichen Exporte nicht die notwendige Mehrheit finden, unterstützt die Mehrheit der WA-Staaten bislang den einmaligen Lagerverkauf mit 18 Monaten Vorlaufzeit. Ausschlaggebend für die mehrheitliche Unterstützung der WA-Mitgliedsstaaten ist ein angeblicher Konsens der afrikanischen Länder. Dennoch hatten zahlreiche Staaten in Afrika hatten erhebliche Bedenken gegen den Elfenbeinhandel angemeldet. "Die Wilderei ist wie eine Epidemie, die sich von einem zum anderen Land verbreitet", so ein westafrikanischer Sprecher.

Japan als wahrscheinlichstes Abnehmerland der nun freigegebenen Elfenbein-Lagerbestände sei nach Angaben der Organisation nicht in der Lage, den internen Handel mit Elfenbein zu kontrollieren. Rekord-Aufgriffe von geschmuggeltem Elfenbein in der jüngsten Zeit zeigten, dass der ostasiatische Inselstaat einer der zentralen Zielorte eines internationalen Schmugglerrings sei. Sowohl in Simbabwe als auch in Sambia seienWilderei und Elfenbeinschmuggel außer Kontrolle; und in Südafrika sind die WA-Bestimmungen bis heute nicht einmal in nationales Recht umgesetzt worden.

Zeige Deinen Kontakten bei Google und Facebook, dass Dir dieser Beitrag gefällt!