Ausgaben im Missverhältnis
Terrorismusbekämpfung auf Kosten der Entwicklungshilfe
Wenn man aber dem internationalen Terrorismus langfristig den Boden entziehen wolle, griffen militärische Maßnahmen zu kurz. Es komme vielmehr darauf an, dass der Kampf gegen die Armut gewonnen werde und die Industriestaaten dabei eine Vorreiterrolle einnähmen, so Hermle weiter. In diesem Sinne würden die VENRO-Vertreter von dem G8- Treffen in Evian Anfang Juni und der WTO-Konferenz in Cancún im September klare Signale erwarten. Außerdem müsse die Bundesregierung trotz der schwierigen Haushaltslage an ihrer Zusage festhalten, die Mittel für Entwicklungspolitik bis 2006 auf 0,33 Prozent des Bruttonationaleinkommens anzuheben.
Hans-Joachim Preuß, Generalsekretär der Deutschen Welthungerhilfe und VENRO- Vorstandsmitglied, wies darauf hin, dass die Liberalisierung des Welthandels sich vor allem für die Staaten auszahle, die ohnehin gute Startbedingungen haben. Für die armen Länder - wie die meisten Staaten Afrikas - sollten daher unter dem Dach der Welthandelsorganisation (WTO) ausgleichende Mechanismen vereinbart werden. "Das nächste Treffen der WTO in Cancún muss eine deutliche entwicklungspolitische Handschrift tragen, sonst wird wieder eine wichtige Chance verpasst, die Globalisierung gerechter zu gestalten", verlangte Preuß.
Mit Blick auf den G8-Aktionsplan zu NEPAD (Neue Partnerschaft für Afrikas Entwicklung) forderte Wilfried Steen, Vorstandsmitglied des Evangelischen Entwicklungsdienstes (EED) und Stellvertretender VENRO-Vorsitzender, die Bundesregierung auf, die afrikanischen Anstrengungen zur regionalen ökonomischen Integration und zum innerafrikanischen Handel zu verstärken. "Die NEPAD-Initiative muss vor allem dazu führen, dass die Menschenrechte auf dem Kontinent gewahrt und demokratische Regeln respektiert werden.“ Die G8-Staaten sollten deshalb darauf dringen, dass die Regierungen in Afrika Maßnahmen zur Vorbeugung gewalttätiger Konflikte entwickelten, so Steen.
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Am 26. Mai. 2003 unter:
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