Neue Studien
Aids bringt wirtschaftliche Katastrophe
Die gesamte Gesellschaftsstruktur werde sich aufgrund dieser Krankheit massiv verändern. Aber nicht nur diese Forschungseinrichtung sagt düstere Zeiten für die Wirtschaft in Südafrika voraus. Wirtschaftsexperten der Weltbank hatten zwar die Folgen der Immunschwächekrankheit mit einem verminderten Wirtschaftswachstum in Korrelation gebracht, zeichneten bisher aber ein etwas besseres Bild der Zukunft: Weniger Arbeitskräfte würden zu höheren Löhnen führen und Menschen in dichtbesiedelten Regionen würden dadurch mehr Zugang zu Ländereien haben.
Die neueste Studie der Heidelberger Forscher warnt aber davor, dass die wirtschaftlich ertragreichsten Arbeitskräfte, das so genannte "menschliche Kapital", junge Erwachsene, "aussterben" könnten. "Die Jungen verfügen über Erfahrung, Ausbildung und die notwendige Erziehung. Sie sind das wirtschaftliche Potenzial des Landes", so Hans Gersbach, einer der Studienautoren. Das führe dazu, dass der Transfer von menschlichem Kapital nicht von einer auf die folgende Generation übertragen werden könne, erklärt der Experte. Eine logische Folge davon sei die Notwendigkeit, Kinder aus der Schule zu holen und sofort in den Arbeitsprozess einzugliedern.
"Erschwerend kommt noch dazu, dass sterbenskranke Eltern kein Kapital zur Erziehung aufwenden können", umreisst Gersbach das Bild. HIV-positive Kinder hätten wenig Anreiz zu einer weiterführenden Ausbildung.
Im schlimmsten Falle könnte die gesamte Wirtschaft auf Kinderarbeit aufgebaut sein. Kinder von Eltern, die früher einmal Ingenieure waren, würden zu Subsistenz-Bauern. Damit sinke auch die Chance auf ein höheres Verdienstpotenzial bei den Überlebenden. "Es gibt bereits heute in einigen Staaten südlich der Sahara solche Auswirkungen zu spüren", meint Gersbach. So funktionierten Telefonsysteme in diesen Staaten nicht mehr, weil eine ganze Generation von ausgebildeten Technikern an Aids gestorben sei.
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Am 25. Jul. 2003 unter:
arbeitStichworte:
« Kritik an der Verleihung des Anti-Rassismus-Preises
Weniger Schutz für Wald und Trinkwasser »

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