Tierschutz

Schimpansen- und Gorillapaten helfen Affenwaisen in Afrika

Für Menschenaffen in Zentralafrika wird es eng - Wilderei und Lebensraumzerstörung bedrohen ihr Überleben. Die Artenschutzorganisation Pro Wildlife unterstützt seit Jahren ein Affenwaisenhaus in Kamerun und tritt hiermit der drohenden Ausrottung entgegen. In der Auffangstation werden Gorillas, Schimpansen und andere gefährdete Affen liebevoll versorgt, die ihre Familie durch Wilderer verloren haben. Intensive Aufklärungsarbeit im ganzen Land ergänzt das Projekt und hilft, die Wilderei einzudämmen. Ein ZDF-Fernseh-Team hat dieses Affenschutzprojekt nun besucht und berichtet am 14. August, 17.15 Uhr in "Hallo Deutschland" und um 21.15 Uhr im "Auslandsjournal".

Pro Wildlife finanziert das Affenschutzprojekt über Patenschaften. "Wir suchen dringend weitere Affenpaten, denn die Station wird mit immer mehr Schützlingen konfrontiert. Wir könnten noch mehr Tiere retten, wenn wir das Geld für weitere Gehege aufbringen", berichtet Andrea Höppner, Projektleiterin bei Pro Wildlife. "Ab 41 Euro kann jeder eine solche Patenschaft übernehmen - oder auch verschenken." Mit dem Geld aus den Patenschaften wird die Versorgung der Tiere, der Bau neuer Gehege sowie die Aufklärungsarbeit der Station finanziert.

Affenfleisch ist in West- und Zentralafrika sehr begehrt. Bedingt durch Abholzung und Straßenbau können Wilderer nun auch in entlegensten Regionen und sogar Schutzgebieten erfolgreich Jagd auf Primaten machen. Dabei werden ganze Familienverbände abgeschlachtet - In der Regel überleben nur die Jungtiere, die noch nicht genügend Fleisch liefern. Ohne Hilfe gehen diese Waisen im Wald jämmerlich zugrunde oder werden auf den Märkten der Großstädte angeboten.

Das Affenwaisenhaus in Kamerun rettet solche Jungtiere, päppelt die oftmals schwer verletzten Tiere wieder auf und ermöglicht ihnen ein Leben in der Geborgenheit ihrer Artgenossen. 110 Schützlinge, darunter Schimpansen, Flachlandgorillas und Drills (die seltensten Affen Afrikas) versorgt die Station derzeit. Und immer wieder kommen neue Tiere hinzu.

Die beiden winzigen, völlig verängstigten Schimpansenkinder BANYO und BANKIM wurden, wie viele ihrer Schicksalsgenossen, durch Wilderei zu Waisen und sollten als Haustiere verkauft werden. Die meisten dieser Affenbabys sind durch den Tod ihrer Familie traumatisiert und erholen sich nur schwer von diesem Schock, viele sterben schnell. BANYO und BANKIM überlebten. "BANYO und BANKIM lernen gerade wieder, Vertrauen aufzubauen. Dies ist unbedingte Voraussetzung, um sie für ein Leben in einer Schimpansengruppe vorzubereiten ", erläutert Höppner.

Neben der direkten Versorgung seiner Schützlinge leistet das Affenwaisenhaus auch eine umfangreiche Aufklärungskampagne für die örtliche Bevölkerung. Schulklassen und Dörfer im ganzen Land werden sensibilisiert, um die Nachfrage nach Affenfleisch zu verringern. Um die wichtige Informationsarbeit zu unterstützen, spendet Pro Wildlife neben der finanziellen Hilfe auch Sachmittel.

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