Stadtentwicklung

BND-Neubau in Berlins Mitte verhindert autofreies Wohnviertel

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) kritisiert die Entscheidung von Berlins Bausenator Peter Strieder, das Stadiongelände in Mitte dem Bundesnachrichtendienst (BND) zur Bebauung zu übergeben. Martin Schlegel, Referent für Verkehr und Stadtentwicklung beim BUND: "Senator Strieder hat Recht, wenn er den Bedarf für den herkömmlichen Wohnungsbau in Frage stellt. Allerdings vergibt er mit seiner Entscheidung für den BND auch die Chance für ein "autofreies Stadtviertel an der Panke" in ökologischer Bauweise, für das seit Jahren detaillierte Pläne vorliegen.

Mit diesem innovativen Ansatz könnten in der Stadt qualitativ hochwertige Wohnungen entstehen, die insbesondere Eltern dazu bewegen, Berlin nicht den Rücken zu kehren. Es gibt für dieses Projekt schon Hunderte von Interessenten und die ersten Investoren sind bereits gewonnen.

Im Gegensatz zum Hochsicherheitsbereich des Nachrichtendienstes würde der Entwurf zum autofreien Stadtviertel die Wohngebiete in Mitte verbinden und nicht trennen. Zudem sind dort zusätzlich größere Grünflächen und Freizeitanlagen vorgesehen. Leerstehende Gebäude zu nutzen, wäre ökologisch und ökonomischer viel sinnvoller, anstatt mitten in der Stadt selbst zu bauen und weitere Flächen zu versiegeln.

Die Art und Weise wie Senator Strieder entgegen dem Willen des zuständigen Bezirks und weiter Teile des Parlaments staatsstreichartig die Nutzung eines der letzten innerstädtisches Freiflächen festlegt und dabei sämtliche Planungen, Beschlüsse und abgestimmten Vorgaben innerhalb kürzester Zeit über den Haufen wirft und jegliche fachliche Bedenken ignoriert, ist erschreckend.

Es zeige sich, dass die Stadtentwicklungspolitik von Senator Strieder sich immer mehr auf das Motto "Hauptsache die Mischer drehen" beschränkt. Mit nachhaltiger Stadtentwicklung hat dies leider nichts zu tun.", sagte Martin Schlegel.

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