AKW Gundremmingen

Strahlenbelastung durch radioaktive Abgase in Schwaben am höchsten

Jedes Jahr erstattet die Bundesregierung dem Bundestag einen Bericht über die Strahlenbelastung in Deutschland. Aus dem Bericht für 2001 ging hervor, daß gegenüber dem Vorjahr in der Umgebung von Gundremmingen die Strahlenbelastung durch die Abgase des Akws sich mehr als vervierfacht hatten und damit die höchsten Deutschlands waren. Dabei blieben sie aber noch weit unter den staatlichen - von Gesundheits- und Umweltschützern jedoch als zu hoch bezeichneten - Grenzwerten.

Nachdem im Januar 2003 dies von EWaS öffentlich gemacht worden war, hat das Bayerische Umweltministerium als zuständige Aufsichtsbehörde sofort Kontrollmessungen in Gundremmingen angeordnet. Später wurde etwas nebulös die Vervierfachung der abgasbedingten Strahlenbelastung in Nordschwaben durch sowohl veränderte Berechnungsverfahren als auch durch die Spitzenproduktion im Akw zu erklären versucht.

Nachdem es einige Monate dauert, bis die Strahlenberichte der zurückliegenden Kalenderjahre vorliegen, kann man jetzt im Internet die neuen Zahlen, die das Jahr 2002 betreffen, anschauen. Zu finden auf der Homepage des Bundestages. Danach war gegenüber 2001 im Jahr 2002 die abluftbedingte Strahlenbelastung rings um das Akw Gundremmingen wieder etwas niedriger, aber immer noch 2-3 mal so hoch wie im Jahr 2000.

Unrühmlicher Spitzenreiter ist in 2002 das nordbadische AKW Obrigheim (östlich und oberhalb von Heidelberg am Neckar), das 1968 in Betrieb ging, das kleinste und älteste Deutschlands ist und gemäß "Atomkonsens" hätte am Ende des Jahres 2002 stillgelegt werden sollen aber nach Kungeleien des Bundeskanzler Schröder weiter läuft. Den schlechten 2 Platz teilen sich die Region um Gundremmingen und die um Philippsburg (am Rhein nördlich Karlsruhe).

Auch weit über dem Durchschnitt liegt die Belastung für die Anwohner des niederbayerischen AKW Isar 1+2. Insgesamt ist festzustellen, daß Siedewasserreaktoren (nur ein Hauptkreislauf) im Schnitt zu deutlich höheren abgasbedingten Strahlenbelastungen führen als die nach 1970 gebauten Druckwasserreaktoren (zwei Hauptkreisläufe).

Nach Auffassung von Atomkraftgegnern muß geklärt werden, welche Folgen diese überdurchschnittliche Strahlenbelastung hat. Die seit Jahrzehnten von den Verantwortlichen von RWE, EON und Staatsregierung geäußerten Beschwichtigungen reichten nicht aus. Im Bayerischen Nordschwaben liege die Krebserkrankungszahlen über dem Landesdurchschnitt. Die Ursachen seien noch immer nicht wissenschaftlich untersucht worden.

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