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100 Millionen Kinder ohne Schulbildung

UNESCO-Bericht

Immer noch gehen über 100 Millionen Kinder nicht zur Schule. In zahlreichen Ländern erreichen weniger als 75 Prozent der Schüler die fünfte Jahrgangsstufe. Das ergibt sich aus dem am Montag in Brasilia vorgestellten UNESCO-Weltbericht "Bildung für alle" 2005. Der Bericht gibt einen Zwischenstand nach dem Weltbildungsforum in Dakar 2000, bei dem sich 164 Länder verpflichtet haben, sechs Bildungsziele bis zum Jahr 2015 zu erreichen. Im Mittelpunkt des diesjährigen Berichts steht das Ziel Bildungsqualität, die in vielen Ländern nach wie vor unzureichend sei. Insgesamt besuchen zwar mehr Kinder die Schule, und auch die Unterschiede zwischen Jungen und Mädchen werden geringer. Doch verlaufe dieser Prozess zu langsam.

In Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen sowie unter benachteiligten Gruppen in einigen Industrieländern ist das Leistungsniveau der Schüler sehr schwach. In vielen Ländern hat die Ausstattung der Schulen mit dem Anstieg der Schülerzahlen nicht Schritt gehalten: Klassen mit bis zu 60 Schülern, unzureichend qualifizierte Lehrer und fehlende Schulbücher haben die Bildungsqualität hier verschlechtert.

Für 127 Länder stellt der "EFA Development Index" (EDI) in diesem Jahr dar, wo sie im EFA-Prozess stehen. Für andere Länder, darunter auch Deutschland, liegt keine Bewertung vor, weil nicht alle Daten verfügbar sind oder diese Länder keinen nationalen EFA-Mechanismus entwickelt haben. Den höchsten EDI erreicht Norwegen mit 0,995, gefolgt von Dänemark (0,994) und den Niederlanden (0,992), den niedrigsten Burkina-Faso (0,429) hinter Niger (0,448) und Guinea-Bissau (0,450). 41 Länder, davon die meisten in Nordamerika und Europa, aber auch Argentinien, Kuba und Chile, haben die Ziele ganz oder nahezu erreicht. 35 Länder, darunter 22 im Afrika südlich der Sahara, Bangladesch, Indien und Pakistan, sind weit davon entfernt, Bildung für alle zu erreichen.

Der jährlich erscheinende Weltbericht "Bildung für alle" wird im Auftrag der UNESCO von einem unabhängigen internationalen Expertenteam angefertigt, das unter anderem vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung unterstützt wird. Er ist in englischer Sprache auf der Homepage der UNESCO abrufbar.

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