Bodenorganismen leben "vegetarisch"

Tiermehl als Dünger für Pflanzen ist nicht ohne Probleme

Bis vor einigen Jahren wurde Tiermehl als billige Eiweißquelle an Tiere wiederverfüttert. Im Zuge der BSE-Krise wurde das Tiermehl als Futter bis 2006 vorerst verboten. Nun braucht Tiermehl eine neue Verwendung. Allein in Deutschland fielen im vergangenen Jahr 163 Millionen Kilo an. Die Bundesforschungsanstalt für Landwirtschaft hat seit 2001 Versuche gemacht, um Tiermehl als Dünger für Pflanzen einzuführen. Die Forscher halten dies für möglich, sehen aber auch ökologische Nachteile. So wirke das Tiermehl zunächst nur auf sauren Böden, wirke langsam und könne einseitig die Räuber in der Nahrungskette bevorzugen. Denn das Bodenleben ernähre sich hauptsächlich von pflanzlichen Abfällen. Es sei "vegetarisch".

Tiermehl, genauer "Fleisch-Knochen-Mehl" ist der erhitzte, getrocknete und gemahlene Rest von nicht vermarkteten Tierkörpern. Diese Abfälle machen ein Drittel aller tierischen Abfälle aus. In den Handel kommt nach Angaben der Forschungsanstalt nur Tiermehl, das für den menschlichen Genuss noch verwertbar ist.

Tiermehl enthält die Mineralstoffe Stickstoff und Phosphor. Wenn es verbrannt wird, auch Schwefel. Phosphor-Dünger ist ein knapper Rohstoff. Nach Einschätzung der Bundesforschungsanstalt für Landwirtschaft reichen die Vorräte noch für 50-150 Jahre. Daher gehen die Überlegungen in Richtung Tiermehl. Es könnte einen Teil des landwirtschaftlichen Phosphor-Bedarfs decken, meinen die Forscher.

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