Artenschutz
Letzte Rettung für den Iberischen Luchs gefordert
Ein letztes Rückzugsgebiet hat die seltene Katze im Nationalpark Coto de Doñana in Südspanien gefunden. Ausgerechnet dort ließ die spanische Regierung im letzten Jahr eine Sandpiste asphaltieren - zum Teil mit EU-Geldern. Die Straße nach El Rocio verläuft quer durch den Lebensraum einer der beiden Luchspopulationen. Seitdem sind hier bereits mehrere Tiere Unfällen zum Opfern gefallen. "Es kann nicht sein, dass die EU einerseits den Schutz der Luchse finanziell fördert und gleichzeitig Mittel für die Zerstörung seines Lebensraums bewilligt", ärgert sich WWF-Artenschutzexperte Volker Homes.
"Der Zustand der Bestände ist so kritisch, dass jeder einzelne Unfall die Luchse einen Schritt näher ans Aussterben bringt", beschreibt Homes die Situation. Er unterstreicht, dass der WWF bereits vor Jahren auf die Gefährdung des Iberischen Luchses durch den Straßenverkehr hingewiesen hat. "Autounfälle sind inzwischen die Todesursache Nummer 1 geworden", so Homes. Nach Ansicht des WWF müssen bei der anstehenden Reform der EU-Strukturfonds solche Inkonsequenzen verhindert werden. Projekte, die den Iberischen Luchs oder andere gefährdete Arten bedrohen, dürften keine Fördermittel der EU erhalten.
Der WWF fordert die spanische Regierung auf, alle Lebensräume des Iberischen Luchses unter strengen Schutz zu stellen und über Korridore miteinander zu verbinden. Nur so kann ein Austausch zwischen den beiden Populationen ermöglicht und Inzucht verhindert werden. Zudem muss die Straße nach El Rocio wieder geschlossen werden. WWF-Artenschutzexperte Homes: "Europa sieht sich oft als Vorbild in Sachen Natur- und Umweltschutz. Wir können nicht zulassen, dass in einem reichen und fortschrittlichen Land wie Spanien, die bedrohteste Wildkatze der Welt ausstirbt."
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