Schon wieder auf freiem Fuß

Angebliche Vorplanungen für Terroranschlag auf Passagierflugzeug

20. Nov. 2006

Man kann es glauben oder auch nicht. "Terroristen" sollen in Deutschland einen Sprengstoffanschlag auf ein Passagierflugzeug geplant haben. Die Bundesanwaltschaft ermittele deshalb gegen sechs namentliche bekannte Beschuldigte und weitere unbekannte Personen wegen des Verdachts der Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung und deren Unterstützung, teilte Generalbundesanwältin Monika Harms am Montag in Karlsruhe mit. Die Verdächtigen sollen in Deutschland "mit den Vorbereitungen für einen Sprengstoffanschlag auf ein Verkehrsflugzeug begonnen" haben. Die sechs Beschuldigten seien vorläufig festgenommen und vernommen worden. Am Samstag seien sie aber - mit Ausnahme eines in anderer Sache in Strafhaft befindlichen Beschuldigten - wieder auf freien Fuß gesetzt worden.

Am Freitag wurden den Angaben zufolge insgesamt neun Wohnungen in Rheinland-Pfalz und Hessen durchsucht. Die vorübergehend Festgenommenen seien "für bislang unbekannte Hintermänner einer terroristischen Vereinigung" tätig geworden, heißt es. Im Sommer 2006 traten den Angaben zufolge mehrere Beschuldigte an eine Person heran, die "Zugang zum Sicherheitsbereich eines Flughafens" gehabt habe. Diese Person habe sich bereit erklärt, "gegen Entlohnung einen Koffer oder eine Tasche mit Sprengstoff in ein Verkehrsflugzeug zu schmuggeln". Aus dem Kreis der Beschuldigten sei daraufhin mehrfach mit den Hintermännern Kontakt aufgenommen worden. Es habe aber keine endgültige Einigung über die Höhe des versprochenen Terror-Lohns erzielt werden können.

Die Maßnahmen der Ermittlungsbehörden dienten dazu, "Beweismaterial über den Stand der Planungen, die daran beteiligten Personen und Hintermänner sowie über die den Auftrag erteilende terroristische Gruppierung zu gewinnen". Nach Angaben der Bundesanwaltschaft richtet sich der Verdacht auf Mitgliedschaft in einer inländischen terroristischen Vereinigung und deren Unterstützung.

Mit der Angst vor Terroranschlägen werden seit Jahren Verschärfungen der inneren Sicherheit - unter anderem auch Überwachungsmaßnahmen - begründet.