Harsche Kritik an von der Leyen
Gescheiterter Vorstoß für jugendliche Testkäufer
Heil sagte, das Vorgehen erinnere ihn "an die Methoden" von Innenminister Wolfgang Schäuble und Verteidigungsminister Franz Josef Jung (beide CDU) bei ihren Vorstößen zur inneren Sicherheit. Der innenpolitische Sprecher der SPD-Fraktion, Dieter Wiefelspütz, sagte, die Idee sei "eine Verirrung: bestenfalls gut gemeint, schlecht gemacht". "Das Projekt hat nicht den Hauch einer Chance."
Bethge verteidigte jedoch die grundsätzlichen Erwägungen hinter der Idee. Das Familienministerium habe sich zuvor mit Fachleuten, den verschiedenen Ressorts und den Fraktionen abgestimmt. Das Vorhaben sei auch unter den Ländern unstrittig gewesen. Fachleute hielten die Testkäufe für eine "effektive Kontrollmöglichkeit", sagte sie. Sowohl der Kriminologe Christian Pfeiffer als auch Nordrhein-Westfalens Familienminister Armin Laschet (CDU) pflichteten dem bei.
Pfeiffer sagte, er könne "nicht nachvollziehen, dass Kinderschutzorganisationen hier die Hände über dem Kopf zusammenschlagen". Es sei "harmlos, daran mitzuwirken, dass die Gesetze eingehalten werden". Laschet sagte, am Beispiel der Schweiz habe man festgestellt, dass durch solche Testkäufe der tatsächliche Verkauf jugendgefährdender Waren um 30 Prozent zurückgegangen sei. Der angekündigte Runde Tisch zum Thema sei nun der richtige Weg, um doch noch zu einer entsprechenden Regelung zu kommen.
Die FDP lehnt das Projekt dagegen strikt ab. FDP-Generalsekretär Dirk Niebel sagte, Kinder müssten geschützt werden, anstatt sie als "Staatspetzen" zu missbrauchen. Auch die Grünen-Vorsitzende Claudia Roth hielt von der Leyen ein "erbärmliches Bild von ihrem Rechtsstaatsverständnis" vor. Man könne nicht Kinder als "Lockspitzel" einsetzen, um staatliche Normen durchzusetzen.
Nach Angaben der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) ist der Anteil der 12- bis 17-jährigen Jugendlichen, die regelmäßig alkoholische Getränke konsumieren, seit 2005 wieder angestiegen und liegt aktuell bei 22 Prozent (2005 waren es 19 Prozent). Der Anteil der Jugendlichen in diesem Alter, die monatlich mindestens einmal an einem Tag fünf oder mehr Gläser mit Alkohol zu sich nehmen, liegt bei 26 Prozent.
Zeige Deinen Kontakten bei Google und Facebook, dass Dir dieser Beitrag gefällt!
Am 15. Okt. 2007 unter:
nachrichtenStichworte:
« Beck und Müntefering suchen Kompromiss für Arbeitslosengeld I
Patientenverband befürchtet Ärztemangel - Ministerium nicht »
Unterstützen Sie uns, damit wir ohne störende Werbung gelesen werden können. Ihre freie kostenlose Internetzeitung!
Setzen Sie Banner und Links auf Ihre Seite. Bookmarken Sie uns, und helfen Sie so mit der Verbreitung der wichtigen Inhalte.
Wir suchen Journalisten bzw. Autoren, die Lust haben, die Internet-Zeitung ngo-online gemeinsam zu einer starken Alternative zu den Mainstream-Medien aufzubauen. Machen Sie mit ..MITMACHEN
Platzieren Sie
Ihre Werbung hier
- Nachhaltige Geldanlage - Grünes Geld Berlin
- Griechenlands Insolvenz
- Burnout Symptome erkennen - Checkliste als Hilfe
- NRW Justiz: Die Landesregierung ist gefordert
- Senioren: Alt ist, wenn man Seniorenresidenz googelt
- Christian Wulff - Wenn Machtmenschen menscheln
- Diskurs der Rechtspopulisten über Israel
- Photovoltaik-Zubau in Deutschland
- Versammlungsfreiheit - ausschlaggebende Grundlage der Verfassung
- „Cottbus Nazifrei!“ - DASS ist ein MUSS
