Nach US-Urteil
Deutsche Politiker fordern Schließung des Lagers Guantanamo
Der Grünen-Menschenrechtsexperte Volker Beck, der im Bundestag den Kriegsbeschlüssen stets zustimmte, macht sich nach dem US-Urteil für eine andere US-Politik stark. Beck meint, nach dem Urteilsspruch müssten alle Inhaftierten Zugang zu ordentlichen Gerichten erhalten. Dies bedeute "das überfällige Ende des rechtsfreien Raumes Guantanamo, das zu einem schrecklichen Symbol im 'Krieg gegen den Terror' von US-Präsident Bush geworden sei. Beck forderte: "Das Gefängnis in Guantanamo Bay muss jetzt geschlossen werden."
Die US-Administration habe Guantanamo errichtet, um sogenannte 'ungesetzliche feindliche Kämpfer' dort unter Umgehung völkerrechtlicher Mindeststandards zu inhaftieren - zum Teil für Jahre, ohne Zugang zu Anwälten, ohne die Möglichkeit, von Verwandten Besuch zu erhalten. Dieses System sei von Anfang an unrechtmäßig und menschenrechtswidrig gewesen, betonte Beck.
Die Bundeswehr führt derzeit mit ausdrücklicher Zustimmung der Grünen in Afghanistan einen Krieg gegen Afghanen, die sich gegen die westliche Besatzung zur Wehr setzen. Im hiesigen Sprachgebrauch handelt es sich um "feindliche Kämpfer". Der Westen spricht ihnen die Legitimität ab, ihr Land gegen die westlichen Truppen und gegen die vom Westen installierte Regierung zu verteidigen.
Der menschenrechtspolitische Sprecher der Linksfraktion, Michael Leutert, sagte, das Urteil mache deutlich, dass sich Guantanamo nicht mit einem Rechtsstaat vereinbaren lasse. Die öffentliche Kritik von Bush an diesem Urteil offenbare, "wie wenig er von Menschenrechten hält". Leutert fügte hinzu: "Die einzige Konsequenz der Gerichtsentscheidung kann nur die Schließung des Lagers sein."
Der Oberste Gerichtshof der USA hat festgestellt, dass die Praxis der US-Regierung, Häftlinge überall in der Welt festzusetzen und ohne Anklage unbefristet festzuhalten, illegal ist. Die Gefangenen können nun gegen ihre Inhaftierung und die Haftbedingungen klagen.
Mit dem Urteil werden auch die Militärtribunale der US-Administration als unrechtmäßig bloßgestellt, da sie den Häftlingen fundamentale Rechte verweigern. "Das ist der Anfang vom Ende des Gefangenenlagers", hofft Leutert.
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Am 13. Jun. 2008 unter:
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