Abzug der Bundeswehr gefordert

Deutsche Soldaten haben in Afghanistan offenbar drei Zivilisten erschossen

In Nordafghanistan waren Soldaten der Bundeswehr an einem Zwischenfall beteiligt, bei dem am Donnerstagabend südöstlich von Kundus drei Zivilisten ums Leben kamen. Wie ein Sprecher des Verteidigungsministeriums am Freitag (29. August) in Berlin sagte, hatten am Vorabend um 21.52 Uhr Ortszeit zwei zivile Fahrzeuge an einem von deutschen ISAF-Kräften und afghanischer Polizei besetzten Checkpoint trotz Zeichengebung nicht angehalten und ihre Fahrt fortgesetzt. Daraufhin sei das Feuer eröffnet worden. Neben den drei Toten habe es auch Verletzte gegeben. Die Links-Fraktion erneuerte ihre Forderung nach einem Abzug der deutschen Truppen aus Afghanistan.

Ihr Verteidigungsexperte Paul Schäfer warf der Bundesregierung vor, sie verstricke "die Bundeswehr immer tiefer in einen Krieg, bei dem völkerrechtswidrig immer mehr Zivilisten getötet werden". Spätestens jetzt sei "ein Umdenken erforderlich". Der Truppenabzug müsse sofort eingeleitet werden.

Grüne klagen über die Ausrüstung der Bundeswehr in Afghanistan

Der Grünen-Sicherheitsexperte Winfried Nachtwei und der Deutsche Bundeswehrverband forderten von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) eine Regierungserklärung zum Afghanistan-Einsatz.

Es ging ihnen aber nicht um die getöteten und verletzten Zivilisten, sondern um den deutschen Soldaten, der am Mittwoch nahe Kundus getötet wurde, als sein Fahrzeug in eine Sprengfalle fuhr. Sie bemängelten in diesem Zusammenhang die Ausrüstung der Soldaten in Afghanistan. Nach einem Bericht der Düsseldorfer "Rheinischen Post" soll der getötete Hauptfeldwebel in einem nur leicht gepanzerten Geländewagen unterwegs gewesen sein.

Der grüne Verteidigungsexperte Nachtwei forderte, Merkel müsse "den Bürgern erklären, was mit dem Einsatz eigentlich erreicht werden soll". Das ist eine bemerkenswerte Frage, hatte doch doch die rot-grüne Bundesregierung die Beteiligung Deutschlands am Afghanistan-Krieg vor Jahren beschlossen.

Sechs Jahre nach dem Einmarsch der alliierten Truppen in Afghanistan müsse entschieden werden, ob der Schwerpunkt - wie beim ISAF-Mandat eigentlich gedacht - auf der Absicherung des Aufbaus liegen solle oder auf dem von den USA forcierten Antiterrorkampf, so Nachtwei.

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