Katholischer Jugendverband gegen Wehrpflicht

BDKJ-Hauptversammlung

Auf der diesjährigen Hauptversammlung des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) vom 25. bis 28. April in Altenberg wird die aktuelle Debatte um die Wehrpflicht thematisiert. Dabei wird die Aussetzung der allgemeinen Wehrpflicht Grundtenor der Diskussion sein. Nach dem Ende der Ost-West-Konfrontation sei Deutschland weder unmittelbar noch existenzgefährdend in seiner Sicherheit bedroht. Der Fall der bündnisbezogenen Landesverteidigung, lange die Begründung für größere Streitkräfte, könne als unwahrscheinlich gelten. Einsätze außerhalb der bündnisbezogenen Landesverteidigung, wie der aktuelle Einsatz in Afghanistan, würden immer erforderlicher, seien aber mit der allgemeinen Wehrpflicht unvereinbar.

Eine Strukturanpassung für die Streitkräfte der Bundesrepublik Deutschland soll deshalb von der BDKJ-Hauptversammlung diskutiert werden. Der Antrag zur Aussetzung der Wehrpflicht steht in unmittelbarem Zusammenhang mit friedensethischen und sicherheitspolitischen Forderungen, die unter dem Schlagwort "Frieden fördern und gestalten" von der BDKJ-Hauptversammlung beraten werden sollen. Diese von dem BDKJ-Bundesvorstand eingeforderte Beratung ergebe sich aus dem Krieg, der 1998 im ehemaligen Jugoslawien ausgetragen wurde, so der katholische Verband. Zudem zeigten die Terroranschläge in den USA vom 11. September 2001 und die anschließenden militärischen Aktionen die Notwendigkeit einer globalen Friedensordnung. Unter dem Schlagwort "politischer Friede", der nur durch Prävention anstelle von Intervention erreicht werden könne, wollen sich die Delegierten aus den Mitglieds- und Diözesanverbänden des BDKJ in der Debatte um Friedens- und Sicherheitspolitik positionieren.

Mit jugendpolitischen Forderungen will die BDKJ-Hauptversammlung Akzente im Jahr des Bundestagswahlkampfes setzen. Unter dem Schlagwort "Jugendlichen eine Stimme geben" werden Forderungen an die zukünftige Regierung der Bundesrepublik zur Diskussion stehen. Die tatsächliche Einlösung eines umfassenden Generationenvertrages in allen die zukünftigen Generationen betreffenden Politikfeldern steht auf der Tagesordnung. Dazu gehören der Arbeitsmarkt, die sozialen Sicherungssysteme, Bildung, die sozioökonomische Situation von Kindern und Jugendlichen heute, die Staatsverschuldung und der Erhalt der natürlichen Lebensgrundlagen.

Auch Forderungen nach ernst zu nehmenden Beteiligungsformen von jungen Menschen an der Politik dieses Landes sowie ein Bildungssystem, das den Bedürfnissen der Kinder und Jugendlichen angepasst ist, stehen zur Debatte. In die aktuelle Diskussion um die Weiterentwicklung von Schule werden die Delegierten der Hauptversammlung unter anderem eine Öffnung der Diskussion um Betreuungsangebote im Nachmittagsbereich über das Modell der Ganztagsschule hinaus beraten. Eine bessere Kooperation von den Verantwortlichen in der Schule mit Trägern der außerschulischen Jugendbildung ist in diese Beratung impliziert.

Die BDKJ-Hauptversammlung ist das höchste beschlussfassende Gremium des BDKJ. Es werden rund 130 Delegierte aus der ganzen Bundesrepublik erwartet. Der BDKJ ist Dachverband von 18 katholischen Kinder- und Jugendverbänden mit rund 650 000 Mitgliedern. Er vertritt ihre politischen, sozialen und kirchlichen Interessen.