Friedensrat Markgräflerland protestiert gegen Militärfest am 20. Juni

"Müllheims Plätze sollen friedlich bleiben"

Bereits am 15. Juni lädt die Deutsch-Französische Brigade zu einem " Brigadehock auf der Standortschießanlage Eschbach" ein, auf dem für Besucher die Gelegenheit besteht, "nach einer kurzen Einweisung mit deutschen und französischen Handwaffen zu schießen." Der FRIEDENSRAT MARKGRÄFLERLAND kann darin, wie auch in der Waffenschau und der Mitfahrt auf Militärfahrzeugen keinen Beitrag zur deutsch-französischen Freundschaft erkennen. Am 20. Juni ist ein Fest in Müllheim geplant. Der Friedensrat lehnt beide Veranstaltungen ab und ruft die Gemeinderäte auf, sie abzusagen, zumal inzwischen bekannt ist, dass auch Kinder des deutsch-französischen Kindergarten und der deutsch-französische Grundschule zur Glorifizierung der Brigade herhalten sollen.

Der FRIEDENSRAT MARKGRÄFLERLAND hat seinen Protest begründet: Die Deutsch-Französische Brigade ist ein militärischer Großverband, deren Aufgaben sich aus dem geltenden Konzept der NATO bzw. militärischen Organisationen der Europäischen Union ergeben. Diese Aufgaben entfernen sich immer weiter von denen der Landesverteidigung und dienen mehr und mehr der Durchsetzung wirtschaftlicher Interessen der reichen Länder in aller Welt. Die Bewaffnung der Deutsch-Französische Brigade entspricht diesen Vorgaben. Wenn also im Zusammenhang mit der Deutsch-Französischen Brigade von "hoher Professionalität" und "Einsatzbereitschaft" die Rede ist, dann wird nicht gesprochen über die Bekämpfung von Hochwasser, Feuersbrünsten oder von Hunger. Dann wird über Krieg gesprochen und also über Töten.

Statt eines solchen Auftritts, der das wirkliche Gesicht militärischer Gewalt verklärt, erwartet der Friedenskreis redliche Beiträge zu einer Debatte über die Rolle des Militärs in unserer Gesellschaft, zu der Frage, wie eng Krieg und Frieden beieinander liegen, wie dünn die Trennwand zwischen dem alltäglichen Kriegsspiel der Militärs und die Umsetzung des Geprobten in die reale Welt ist, wie groß der Widerspruch zwischen Soldatenromantik und der schrecklichen Realität des Krieges ist.

E-mail an den Friedenskreis mailto:ulrich.rodewald@debitel.net