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Ärzte warnen vor Gläsernem Patienten

Disease-Management-Programm der Bundesregierung

Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) verteidigt das neue Disease-Management-Programm der Bundesregierung für chronisch Kranke. Diabetiker beispielsweise hätten einen Anspruch auf Behandlungen nach wissenschaftlich anerkannten Therapien, sagte Schmidt am Montag im ARD-"Morgenmagazin". Mit dieser seit 1. Juli geltenden Regelung würden zugleich die Patientenrechte gestärkt, denn Kranke hätten auch Anspruch auf Qualitätskontrolle. Es könne nicht sein, dass Zuckerkranke bei drei Ärzten drei verschiedene Behandlungsmethoden unterzogen würden.

Die Kassenärztliche Bundesvereinigung hingegen warnte, das Disease-Management-Programm könne das Vertrauensverhältnis zwischen Arzt und Patient zerstören. Zwar werde die Qualität der Versorgung verbessert, sagte der 2. Vorsitzende der Bundesvereinigung, Leonhard Hansen, im ARD-"Morgenmagazin". Jedoch setze mit diesen Behandlungsleitlinien für chronisch Kranke ein für Außenstehende kaum überschaubarer Datenfluss von Arzt zu Krankenkassen ein. Die Patienten müssten deshalb genau darüber aufgeklärt werden, welche Daten zu den Kassen weitergeben werden, forderte Hansen. Schmidt wies die Vorwürfe als "vorgeschoben" zurück. Die Ministerin verwies darauf, dass die Weitergabe der Daten freiwillig geschehe und die Patienten dafür unterschrieben.

Der Umgang mit entsprechenden Daten ist ein Streitpunkt zwischen Ärzten und Krankenkassen bei der Einführung der Programme. Die Ärzte warnen vor einem "gläsernen Patienten" und fürchten eine zu starke Kontrolle ihrer Arbeit durch die Krankenkassen.

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