IZA fordert mehr Eigeninitiative der Arbeitnehmer

Institut stellt Thesenpapier vor

Das private Institut zur Zukunft der Arbeit (IZA) fordert verstärkten staatlichen Druck auf Arbeitnehmer, um deren Eigeninitiative auf dem Arbeitsmarkt zu erhöhen. In einem am Mittwoch in Berlin vorgestellten Thesenpapier plädiert das Institut ferner für eine Privatisierung der Arbeitsvermittlung, eine Begrenzung des Arbeitslosengeldes auf zwölf Monate und die Anhebung des Rentenalters auf 70 Jahre. Sozialhilfe solle dem Institut zufolge nur noch erhalten, wer im Gegenzug eine gemeinnützige Tätigkeit ausübt.

Durch ein überarbeitetes Ehegattensplitting soll eine Arbeitsaufnahme für Ehefrauen attraktiver werden. Die dadurch entstehenden steuerlichen Zusatzeinnahmen müssten in die Kinderbetreuung investiert werden. Die Experten schlagen ferner vor, dass sich Arbeitslose an Vermittlung und Weiterqualifizierung finanziell beteiligen sollten, um die Eigeninitiative zu stärken. Zur weiteren Flexibilisierung des Arbeitsmarktes fordert das IZA, die Lohnuntergrenzen abzuschaffen, ebenso die 325-Euro-Jobs. Einkommensabhängige Bildungsgutscheine sollen den breiten Zugang zu Qualifizierung und lebenslangem Lernen sichern.

Außerdem sollen durch Zuwanderung aus dem Ausland nach einem Punktesystem Fachkräfte nach Deutschland kommen. Das Rentenniveau soll laut des IZA abgesenkt werden bei gleichzeitiger Erhöhung des Rentenalters auf 70 Jahre. Die Frühverrentung dürfe nicht mehr gefördert werden. Eine Berechnung der Rente nach Kinderzahl soll die Rolle der Familien stärken. Demnach erhielte ein Ehepaar erst ab zwei Kindern den vollen Rentenbetrag.

Das IZA fordert weiter die Privatisierung der Krankenversicherungen, um den Wettbewerb im Gesundheitswesen zu stärken. Eine Grundsicherung soll aber Pflicht bleiben, der Versicherte könne dann nach Wunsch zusätzliche Leistungen versichern lassen.