Studie: Ölkonzerne müssen Klimaverantwortung übernehmen

Mineralölkonzerne und Klimazerstörung

International tätige Ölkonzerne können langfristig Gewinne erwirtschaften, wenn sie jetzt in Klimaschutz investieren. Das ist das Ergebnis der Studie "Mineralölkonzerne und Klimazerstörung", die Greenpeace jetzt in Hamburg veröffentlicht hat. Demnach müssen Ölkonzerne ihre Investitionen in erneuerbare Energien umlenken, statt weiter Öl und Gas zu fördern. Greenpeace fordert, dass sich Ölkonzerne in vergleichbarer Weise ihrer Verantwortung zur Senkung der weltweiten Treibhausgas-Emissionen stellen, wie es die Industriestaaten im Klimaschutzabkommen von Kyoto getan haben.

Die Greenpeace-Studie belege, dass eine alternative Energiewirtschaft technisch möglich und von der Mineralölindustrie finanzierbar ist. Die Autoren der Studie sind Edda Müller (Verbraucherzentrale Dachverband), Joachim Nitsch (Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt) Hans-Joachim Ziesing (Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung) und als Projektleiter der Studie Hans-Jochen Luhmann vom Wuppertal Institut.

Von den Kohlendioxidemissionen der OECD-Länder stammten 1990 über die Hälfte aus dem Verbrauch von Mineralölprodukten. Diese Zahl mache die besondere Verantwortung der Mineralölhändler und Verarbeiter deutlich. Der finanzielle Umsatz der zehn weltgrößten Mineralölkonzerne belief sich im Jahr 2001 auf 992 Milliarden US-Dollar. Davon kassierten die vier größten - Exxon Mobil, Shell, BP und Totalfina Elf - 67 Prozent.

BP und Shell hätten die Zeichen der Zeit inzwischen erkannt und seien in die Solarenergiebranche eingestiegen, um sich auf das Ende der Ölvorräte einzustellen. So sollten sich alle Mineralölkonzerne zu ihrer Klimaverantwortung bekennen. Die Autoren der Studie schlagen vor, dass die Konzerne durch Investitionen in erneuerbare Energien bis 2012 fünf Prozent weniger Klimagase ausstoßen, das wären 120 Millionen Tonnen Kohlendioxid im Jahr.