Ratgeber zum urwaldfreundlichen Papierkauf

Öko-Siegel

Mit dem Ratgeber "Holz & Papier 2003" stellt Greenpeace einen Leitfaden für den "urwaldfreundlichen" Einkauf von Holz- und Papierprodukten vor. Er beschreibt die wichtigsten in Deutschland gehandelten Hölzer und unterscheidet zwischen Holz- und Papierprodukten aus ökologischer Waldnutzung und solchen von Raubbau an Urwäldern. So könne der Verbraucher im Baumarkt, im Möbelladen und im Papiergeschäft die Herkunft von Waren erkennen und seriöse Gütesiegel von Scheinzertifikaten unterscheiden, berichtet die Organisation.

"Mit dem Kauf von Holz und Papier aus sorgfältig genutzten Wäldern kann jeder einen wichtigen Beitrag zum Schutz der letzten Urwälder leisten", sagt Greenpeace-Urwaldexperte Martin Kaiser. Auf Holz zu verzichten, sei gar nicht nötig. Auch eine Entscheidung für gutes Holz könne ein klares Signal an die Hersteller senden und die Märkte für Holz und Papier verändern. Obwohl es für beinahe alle Zwecke umweltschonende und qualitativ gleichwertige Alternativen gibe, werde allein nach Deutschland jedes Jahr für mehr als eine Milliarde Euro Holz und Papier aus Urwaldzerstörung importiert.

Der Einkaufsführer teilt die Holzarten in die Kategorien "empfehlenswert", "akzeptabel", "kritisch" und "katastrophal" ein. Entscheidend sei, ob die Holzgewinnung Urwälder gefährde. Als "katastrophal" gelten Produkte von Baumarten, die fast ausschliesslich aus Raubbau in Urwäldern stammen, darunter viele tropische Hölzer. Auch die Kategorie "kritisch" signalisiere diese Gefahr, etwa bei der Fichte, die den Rohstoff für die Bau- und Möbelindustrie liefert und zu Zeitschriften, Verpackungen und Kopierpapier verarbeitet wird. Holz glete als "empfehlenswert", sofern es das von Greenpeace unterstützte FSC- oder Naturland-Zeichen trage. Diese Siegel dürften weltweit nur Forstbetriebe verwenden, die ihre Waelder ökologisch verträglich und sozial gerecht bewirtschafteten.

In Deutschland trage besonders der hohe Papierkonsum zum Raubbau bei, kritisiert die Umweltorgaisation. Da die mitteleuropaeischen Fichtenmonokulturen den riesigen Papierbedarf nicht deckten - jeder Deutsche verbraucht im Schnitt 225 Kilo im Jahr - importiere Deutschland Zellstoff, für den die letzten grossen Urwälder in Russland, Schweden und Finnland abgeholzt würden. Um zu verhindern, dass nordische Urwaldpracht weiterhin zu Papier und Pappe gepresst werde, rate Greenpeace zum Kauf von Recyclingpapier mit kontrollierten Siegeln. "Mit dem heute angebotenen Recyclingpapier kann man erstklassige Druckergebnisse erzielen. Das zeigen der Einkaufsratgeber und das Greenpeace Magazin", erklärt Kaiser.