Post verzichtet auf Regenwaldpapier

Robin Wood verbucht Erfolg

Die Deutsche Post AG hat auf Forderungen der Naturschutzorganisation Robin Wood mit der Zusage reagiert, keine Papierprodukte aus Regenwaldzerstörung auf der indonesischen Insel Sumatra mehr in den Post- und McPaper-Filialen zu verkaufen. Außerdem sollten Standards für den Papiereinkauf verbindlich festgelegt und Produkte aus Recyclingpapier ins Angebot aufgenommen werden. Das sagte Monika Wulf-Mathies, Direktorin für Politik und Umwelt der Deutschen Post, gestern bei Verhandlungen mit Robin Wood-VertreterInnen in Bonn.

Die Organisation hatte dieses Jahr in den Filialen der Post und ihrer Tochterfirma McPaper Druckerpapier des Herstellers April entdeckt. Der Zellstoff- und Papiergigant sei maßgeblich verantwortlich für die Vernichtung der letzten natürlichen Wälder auf Sumatra, so die Naturschützer.

Bei dem Gespräch überreichten die UmweltschützerInnen einen Forderungskatalog. Darin würden unter anderem Standards für den Einkauf von Frischfaser-Papier definiert. Sie sähen vor, dass nur solche Produkte ins Sortiment genommen werden sollten, deren Zellstoff nicht aus Urwaldzerstörung stammt und deren Herkunft dokumentiert sei. Die Deutsche Post werde, so Wulf-Mathies, eine umweltverträgliche Papiereinkaufspolitik einführen und dabei die von Robin Wood vorgetragenen Standards berücksichtigen.

Damit steige auch der Druck auf den Großhandel weiter, endlich "saubere" Produkte anzubieten. Im vergangenen Jahr hatte bereits Karstadt nach Protesten den Verkauf von Papier aus Indonesien gestoppt.

"Solche Selbstverpflichtungen sind eine Zwischenlösung. Notwendig ist, dass die Bundesregierung endlich gesetzliche Bestimmungen schafft, die eine Einfuhr von Produkten aus illegalem Holzeinschlag und Urwaldzerstörung unterbinden", erläutert Robin Wood-Tropenwaldreferent Jens Wieting.

Viel zu verbessern habe die Post auch bei ihrem eigenen Papierkonsum. Laut kürzlich vorgelegter Umweltbilanz verbrauchte der Konzern im Jahr 2001 mehr als 55.000 Tonnen Papier. Davon wären lediglich 40 Prozent Recyclingpapier.